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38. Westpokal 2018

1. Spieltag (zentral in Siemensstadt)

Zitadelle Spandau – BSG Eckbauer   SF Siemensstadt – SC Weisse Dame
FM Michael Schulz (2120)0 : 1Wolfgang Stark (2030)   Brian Heinze (1875)0 : 1Cord Wischhöfer (2036)
Terry van der Veen (2126)1 : 0Dr. Ferenc Toth (1978)   Thomas Binder (1740)½ : ½Uwe Parske (2001)
Patrick Böttcher (1993)1 : 0Frank König (1888)   Florian Suhre (1736)0 : 1Martin Kunze (1973)
Robert Schreck (1953)0 : 1Reinhard Baier (1843)   Jean Steinberg (1659)0 : 1Manfred Lenhardt (2024)
Hakob Kostanyan (1887)0 : 1Michael Dziallas (1862)   Henry Oelmann (1906)½ : ½Wolfram Steiner (1919)
Andreas Kötz (1909)1 : 0Peter Hoffmann (1826)   Leif Arndt (1649)0 : 1Alexander John (1891)
Kai-Stephan Kussatz (1893)½ : ½Dr. Claus Derz (1740)   Hans-Joachim Schilly (1669)0 : 1Thomas Kögler (1815)
Manfred Strzeletz (1671)1 : 0Manfred Weiser (1728)   Tim Rettig (1690)0 : 1Claudia Münstermann (1735)
Karsten Gienskey (1105)0 : 1Martin Kersten (1650)   Dr. Sascha Agne (1744)½ : ½Erik Marquardt (1562)
Alexander Remde (978)0 : 1Wolfgang Focke (1596)   Aram Azarvash (1265)1 : 0Hans-Joachim Kaufhold (954)
 4½ : 5½      2½ : 7½ 

Novum im 38. Jahr des Westpokals: Neben der gemeinsamen Endrunde aller Vereine (seit 10 Jahren) gab es jetzt auch eine zentrale Auftaktrunde in den Räumen der Schachfreunde Siemensstadt. Vielleicht kann man dieses Modell ja noch ausbauen… Heute erlebten wir jedenfalls einen angenehmen Abend im freundschaftlichen Geiste dieses Traditionsturniers.

Im Kampf gegen den Top-Favoriten, der sich allerdings Westpokal-typisch sehr "gemäßigt" aufgestellt hatte, konnten wir lange Zeit auf Augenhöhe mithalten. Dann brachte uns Aram sogar in Führung. Er hatte allerdings zwischenzeitlich schon bedenklich gestanden, ehe der Gegner mit einem Dameneinsteller nachhalf.
Auf der Habenseite stehen dann noch drei halbe Punkte: Ich konnte meine Partie ohne große Aufregungen remis halten. Sascha war in seiner ersten Turnierpartie nach fünf Jahren noch etwas unsicher in der Verwertung des zweifellos vorhandenen Vorteils und Henry lieferte wieder einmal einen vorbildlichen Kampf bis in ein lange ausgekostetes Endspiel mit ungleichen Läufern. Die übrigen Spieler haderten mehrheitlich mit ausgelassenen Chancen. Achim hatte wohl gar einen klaren Gewinn auf dem Brett. Jean und Leif fanden in gefühlt guten Stellungen keinen rechten Plan und bei Tim kostete die schwindende Konzentration nach einer anstrengenden Arbeitswoche irgendwann eine Figur.

Im Parallelspiel gewann die BSG Eckbauer trotz leichter nomineller Unterlegenheit einen spannenden Fight gegen den SC Zitadelle. Damit ist die Dramaturgie des diesjährigen Turniers gesetzt: Eckbauer und Weisse Dame sind mit Siegen gestartet. Sollte einer der beiden Vereine den Westpokal gewinnen, wäre er dann alleiniger Rekordsieger.

2. Spieltag (dezentral)

SC Weisse Dame – Zitadelle Spandau   BSG Eckbauer – SF Siemensstadt
Dr. Ingo Abraham (2118)0 : 1Terry van der Veen (2126)   Wolfgang Stark (2030)0 : 1Henry Oelmann (1906)
Kai-Gerrit Venske (2134)½ : ½Patrick Böttcher (1993)   Dr. Ferenc Toth (1978)1 : 0Thomas Binder (1740)
Heinz Uhl (2114)1 : 0Andreas Kötz (1909)   Frank König (1888)1 : 0Reinhard Hohmann (1767)
Cord Wischhöfer (2036)½ : ½Robert Schreck (1953)   Michael Dziallas (1862)1 : 0Florian Suhre (1736)
Josef Gelman (2045)½ : ½Kai-Stephan Kussatz (1893)   Clemens Krause (1868)½ : ½Jean Steinberg (1659)
Martin Kunze (1977)1 : 0Wilfried Zaeske (1910)   Thomas Neubart (1856)1 : 0Leif Arndt (1649)
Martin Sechting (1966)½ : ½Sebastian Lawrenz (1834)   Reinhard Baier (1843)1 : 0Hans-Joachim Schilly (1669)
Alexander John (1880)1 : 0Chinguun Sundui (1532)   Dr. Claus Derz (1740)1 : 0Tim Rettig (1690)
Sebastian Böhne (1893)½ : ½Manfred Strzeletz (1671)   Dr. Akbar Nuristani (1591)0 : 1Aram Azarvash (1265)
Claudia Münstermann (1717)1 : 0Baatarjav Sundui (1550)   Tade Prinz (1529)1 : 0Pablo Schlesselmann (1317)
 6½ : 3½      7½ : 2½ 

Bild Wieder müssen wir eine klare Niederlage hinnehmen – auch heute sah es lange nach einem spannenden Kampf aus. Allerdings gerieten wir diesmal früh in Rückstand, als Schachfreund Prinz im 8. Zug Sc3-b5 (siehe Bild) entkorkte, was in allen Varianten klar gewinnt. Merkwürdigerweise findet sich die Stellung nicht in der Mega Database. Dennoch muss es sich um ein bekanntes Motiv handeln, denn Weiß spielte praktisch ohne Zeitverbrauch.

Dann sorgte erneut Aram mit einer souverän geführten Partie für den Ausgleich.
Gegen Ende der dritten Stunde kippten allerdings mehrere Partien gegen uns:
Mein eigenes Opfer auf h3 erweist sich in der Computeranalyse als korrekt, doch leider wählte ich unter zwei verlockenden Fortsetzungen später den falschen Weg, ehe Weiß mit einem sehr hübschen Turmzug die Entscheidung herbeiführte.
Reinhard spielte bei seinem Berliner Debüt eine sehr interessante Partie mit frühem Vorstoß des h-Bauern, erlag später einem Blackout, als er die Dame von der Deckung eines wichtigen Feldes wegzog. Was genau in dieser Phase an den Brettern 4, 6, 7 und 8 geschah, konnte ich nicht beobachten. Aber – wie es unser Erstrundengegner in seinem Bericht so schön formulierte – irgendwann schlug der Eloanzeiger eben doch zu.

Erst als der Sieg der Gastgeber bereits feststand, konnte Henry durch einen schönen Sieg gegen seinen Wunschgegner verkürzen und Jean schließlich einen halben Punkt festhalten.

3. Spieltag (zentral beim SC Weisse Dame)

SC Weisse Dame – BSG Eckbauer   Zitadelle Spandau – SF Siemensstadt
Dr. Ingo Abraham (2118)0 : 1Wolfgang Stark (2030)   FM Michael Schulz (2120)1 : 0Brian Heinze (1875)
Uwe Parske (1992)½ : ½Dr. Stefan Krabel (2007)   Patrick Böttcher (1993)1 : 0Henry Oelmann (1906)
Cord Wischhöfer (2036)1 : 0Dr. Ferenc Toth (1978)   Robert Schreck (1953)1 : 0Thomas Binder (1740)
Josef Gelman (2045)0 : 1FM Klaus Zschäbitz (1922)   Kai-Stephan Kussatz (1893)½ : ½Florian Suhre (1736)
Martin Kunze (1977)½ : ½Frank König (1888)   Andreas Kötz (1909)0 : 1Jean Steinberg (1659)
Sebastian Böhne (1893)1 : 0Michael Dziallas (1862)   Hakob Kostanyan (1887)½ : ½Leif Arndt (1649)
Thomas Kögler (1820)0 : 1Reinhard Baier (1843)   Sebastian Lawrenz (1834)½ : ½Hans-Joachim Schilly (1669)
Johannes Stöckel (1685)½ : ½Peter Hoffmann (1826)   Norbert Lawrenz (1350)0 : 1Tim Rettig (1690)
Heinz Lüning (1734)½ : ½Dr. Claus Derz (1740)   Alexander Remde (978)0 : 1Aram Azarvash (1265)
Sebastian Lutz (1604)0 : 1Reinhart Paul (1735)   Karsten Gienskey (1105)0 : 1Pablo Schlesselmann (1317)
 4 : 6      4½ : 5½ 

Bild Bild Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung konnten wir das dramatische "Kleine Finale" des Westpokals für uns entscheiden. Um 19 Uhr begann der Wettkampf und es wurde sofort an allen Brettern mit offenem Visier gekämpft. Zitadelle war an den ersten sieben Brettern klar besser aufgestellt, Brett 8 bis 10 sollten für uns sprechen. Also galt die Devise, hinten alles zu gewinnen und bis Brett 7 mindestens 2½ Punkte zu holen. Schauen wir, wie das gelang:

20:45 Uhr – 1 : 0 – Aram war seinem Gegner überlegen und gewann sicher. Drei Siege für unseren Youngster im diesjährigen Westpokal!
21:00 Uhr – 2 : 0 – Auch Tim liefert! Er fing die gegnerische Dame nach dem "berühmt-berüchtigten" Bauernraub auf b7 (Siehe oberes Diagramm) und ließ dann nichts mehr anbrennen (Insider-Witz…).
21:10 Uhr – 2 : 1 – Brian gerät gegen den FIDE-Meister in eine Französische Vorstoßvariante, wo man sehr genau spielen muss…
22:00 Uhr – 2 : 2 – Der Berichterstatter macht in ausgeglichener Stellung einige schwache Züge und stellt dann elementar eine Figur ein.
22:10 Uhr – 3 : 2 – Die Partie des Abends!!! Jean greift phantasievoll an, erhält schließlich ein Endspiel mit Läuferpaar gegen zwei Türme – also zwei Minus-Qualitäten – bei einigen Mehrbauern. Doch seine Läufer sind so enorm aktiv, dass er nach und nach in Vorteil kommt und schön gewinnt. Die Schlussstellung zeigt das untere Diagramm.
22:20 Uhr – 3½ : 2½ – Achim spielt jederzeit sicher und nimmt dem starken Gegner einen halben Punkt ab.
22:30 Uhr – 4 : 3 – Remis gegen einen starken Gegner auch bei Leif – hier sogar mit einem Mehrbauern ein Remis aus der Position der Stärke.
22:55 Uhr – 5 : 3 – Pablo ist seit geraumer Zeit in horrender Zeitnot, lebt nur noch von den 30 Sekunden Inkrement. Er muss schwierige Situationen überstehen, kommt in ein Schwerfigurenendspiel, in dem er schließlich einen Turm und einen Bauern gegen fünf(!) gegnerische Bauern behält. Aber im Endspiel gewinnt eben der stärkere Spieler, zuletzt mit einem schönen Zugzwangsmotiv. Es fehlt uns noch ein halber Punkt, doch die beiden verbleibenden Partien sehen klare Vorteile für die Zita-Spieler.
23:05 Uhr – 5½ : 3½ – Florian spielte lange mit einer Minus-Qualität, dann wickelt der Gegner in ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern (zwei gegen null) ab. Doch Florians stoische Ruhe ist heute einen halben Punkt wert. Zunächst stellt der Gegner einen Bauern ein, dann hat Florian die aktiveren Figuren und kann auch den Randbauern stoppen.
23:10 Uhr – 5½ : 4½ – Auch Henry hat lange mit Minus-Qualität und zwei Minusbauern seine Chance gesucht, schließlich setzt sich hier aber der Gegner durch.

Also standesgemäße Ergebnisse an den ersten und letzten drei Brettern. An den vier mittleren Brettern hatte Zitadelle einen durchschnittlichen DWZ-Vorsprung über 200 Punkten. Doch wir gestalteten dieses Segment siegreich und verloren dort keine Partie.


Kurzberichte: Thomas Binder