Berliner Jugendmeisterschaft 2007

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2. Vorrunde Altersklassen U12 und U10

Neun Spieler unserer AG waren bei der 2. Vorrunde am Start. Während es für einige um die Finalqualifikation ging, wollten die übrigen Erfahrungen sammeln und zeigen, was sie schon gelernt haben.
In der U12 fehlten die besten 8 Berliner Spieler, die bereits für das Finale qualifiziert waren. Andererseits traten hier zusätzlich 5 bereits feststehende U10-Finalisten an und mischten eindrucksvoll in der Spitzengruppe mit.

Erster Tag

Bild In der Startrunde lief für uns fast alles nach Wunsch: 8 Punkte standen auf der Habenseite.
In Runde 2 ging es dann naturgemäß meist gegen starke Gegner, doch auch die 4 Punkte aus 8 Partien (leider ein internes Duell) können sich sehen lassen und erhalten vielen unserer Spieler gute Chancen für den weiteren Turnierverlauf.

Mit makelloser Bilanz stehen Robin, Erik und Leon da.
Auch die jeweils 1,5 Punkte von Lukas und Julian gehen in Ordnung, wurden doch die Remisen gegen nominell starke Gegner – den an Nr. 2 gesetzten Kian Raulin und Abrafaxe-Sieger André Döring – errungen. Die Punkteteilung von Lukas war allerdings etwas glücklich, bot doch sein Gegner aus unerfindlichen Gründen mit einem Mehr-Turm Remis.

Tilman bewies am Vormittag sehr schön, dass ein Endspiel mit ungleichen Läufern nicht zwangsläufig remis wird, sondern dass auch hierbei der bessere Spieler gewinnt. Am Nachmittag musste er dann Robin im internen Duell den Vortritt lassen.
Sebastian haderte am Morgen mit seinem Schicksal: Bei ungerader Teilnehrmerzahl traf ausgerechnet ihn das Freilos. Den so erhaltenen kampflosen Punkt rechtfertigte er indes am Nachmittag mit einer konzentrierten - wenn auch verlorenen – Partie.
Nino zeigte zwei ansprechende Partien, allerdings noch ohne zählbaren Erfolg.

Super-Start für unseren Jüngsten: Julius (Foto rechts) gewann gleich seine erste Turnierpartie überzeugend und unterlag erst in Runde 2 gegen einen deutlich erfahreneren Gegner.

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Zweiter Tag

Der zweite Tag verlief ganz und gar nicht nach unseren Vorstellungen. Die 3:6 Punkte in der 3. Runde sind nicht allein durch die starken Gegner an vorderen Brettern zu erklären. Gerade unsere Hoffnungsträger in Sachen Endrunde standen heute kollektiv neben sich. In der Nachmittagsrunde konnte dieser Eindruck nur zum Teil ausgeglichen werden.
Die Finalchancen sind zwar noch intakt, aber ohne volle Konzentration auf jede Partie werden wir sie nicht nutzen können.

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Die Glanzlichter des Tages setzten Tilman und Julian. Tilman gewann heute beide Partien (darunter sein zweites internes Duell) und ist nun in der Spitzengruppe angekommen. Julian (Foto links) besiegte ein DWZ-Schwergewicht und steht bei ausgezeichneten 2,5 Punkten.
Neben Tilman haben auch Leon, Erik und Robin je 3 Punkte aus 4 Runden. Nach den Niederlagen des Vormittags kamen Leon und Robin zu leichten Pflichtsiegen.

Erik verlor in guter Stellung völlig den Faden, stand höchstens noch ausgeglichen.
Dann erlebten wir ein Finale, das zweier BJEM-Finalanwärter gewiss nicht würdig war: Zwei Züge lang hätte Eriks Gegner einen Turm (und damit die ganze Partie) gewinnen können. Statt dessen sah er seelenruhig zu, wie Erik ein Turm-Läufer-Matt auf h8 vorbereitete… Für uns ein Happy-End, über das man sich nicht wirklich freuen konnte.

Während Sebastian, Lukas und Julius heute Doppel-Nullen quittieren mussten, gibt es von Nino (Foto rechts) einen Aufwärtstrend zu vermelden. Am Vormittag gewann er eine ordentliche Partie mit konzentriertem Spiel und guter Zeiteinteilung. Auch in Runde 4 war er seinem Gegner wohl überlegen. Doch leider ließ er sich zum Mitblitzen verleiten – und dann gewinnt nicht der bessere sondern der glücklichere Spieler.

Schönheitspreis
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Gerade hat Schwarz die Dame
angegriffen, doch nun beendete
Weiß die Partie mit dem
Hammerzug 1.Txg7+!!
1… Kxg7 (1… Kh8 2.Dxf7
führt auch zum Matt)
2.Tg1+ Kh8 3.Df6 matt

Die fünfte Runde

Robin sicherte sich mit einem souveränen Sieg eine gute Ausgangsposition für die entscheidenden Runden. Das interne Duell zwischen Tilman und Erik endete remis, wonach die Finalchancen für beide Spieler auf ein Minimum schrumpften. Erik stand lange besser und verdarb den Gewinn im Endspiel mit Läufer und Bauer gegen Tilmans alleinigen Bauern erst im letzten Zug.
Leon spielte eine ordentliche Partie, wurde aber von Liem Thanh Gabriel mit einer wunderschönen Mattkombination ausgekontert. Nach der ersten Enttäuschung fanden wir soviel Gefallen an dieser Wendung, dass wir sie ausnahmsweise mit Bild auf die Homepage stellen. Auch die Turnierleitung würdigte das brillante Spiel des 9jährigen Treptowers mit einem Sonderpreis.
Nino spielte eine typische "Nino-Partie". Nach frühem Damengewinn brachte er sich noch unnötig in Gefahr, siegte aber schließlich doch sicher. Lukas gewann souverän. Am ersten Wochenende nicht ganz fit, zeigt er jetzt sein wahres Können.

Die sechste Runde

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Robin auf Finalkurs!! Mit einem weiteren Sieg stellte er nun die Weichen in Richtung Endrunde. Da darf morgen nichts mehr anbrennen. Leon legte alle Wut über die Verlustpartie vom Morgen in die Nachmittagsrunde und setzte den Gegner nach sehenswertem Angriffswirbel matt.
Lukas und Nino komplettierten ihren erfolgreichen Tag mit erneuten Siegen, wobei Nino eine 10zügige Kurzpartie mit schönem Mattfinale gelang.
Endlich konnte auch Sebastian (Foto links) jubeln. Nach vielen knapp vergebenen Chancen aus guten Partien, gab es diesmal auch den Siegpunkt für ihn.
Tilman und Erik trafen nach dem morgendlichen Remis auf starke Gegner und unterlagen leider. Vor allem Erik leistete dem Top-Gesetzten Eric Beier aber harten Widerstand in der längsten Partie der Runde. Für Julian und Julius gab es heute leider je zwei Niederlagen. Morgen werden sie noch einmal angreifen, um das Turnier mit einem Erfolg zu beenden.

Die siebente Runde

Geschafft!! Nach zwei schweren Turnieren hat Robin den Sprung in die Endrunde geschafft. Er unterlag zwar heute dem überlegenen Turniersieger Philipp Lerch (7 aus 7), doch der Finalplatz war ihm nicht mehr zu nehmen. Auch Leon suchte noch seine Chance, lehnte sogar ein Remisgebot ab, doch am Ende war nicht mehr als die Punkteteilung möglich.
Mit Siegen nach teilweise ansehnlichen Partien beendeten Tilman, Erik, Julian und Julius das Turnier.


Fazit und Einzelkritik

Gemischte Gefühle bleiben nach der 2. Vorrunde bei den Trainern. Natürlich überwiegt die riesige Freude über Robins Finalplatz. Doch seine ebenfalls schon turniergestählten Teamkameraden hatten sich etwas mehr ausgerechnet. So geriet die Endrundenchance doch meist schon recht früh außer Reichweite. Wenn wir aber aus den Niederlagen die richtigen Lehren ziehen, gehen wir schließlich gestärkt in die nächsten Wettkämpfe.

Robin Toebs (5 Punkte, Platz 5): Robin steht im Finale. Hinter dieser nüchternen Feststellung muss alles andere verblassen. Dass er selbst mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden war, spricht für Robin. Nach zweijährigem Training ist dieser Erfolg ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Wege nach oben.
In die Endrunde geht "Robinho" als Außenseiter – und das ist eine Rolle, die ihm sicher sehr gut liegen wird.
Erik Nissen (4,5 Punkte, Platz 10): Erneut konnte sich Erik in der Spitzengruppe seiner Altersklasse etablieren. Gegen die sehr starken Gegner fehlte noch ein wenig und vor allem an der Endspieltechnik wird man noch feilen können. Der Sprung über die DWZ-1000er-Hürde ist der verdiente Lohn für seine Beharrlichkeit und seine oft sehr anstrengenden (langen) Partien.
Tilman Brämick (4,5 Punkte, Platz 12): Tilman lieferte bei seiner ersten BJEM ein ordentliches Turnier ab – wurde bester DWZ-loser Spieler. Die Leistungen auf dem Brett waren recht wechselhaft, aber mit seinem bekannten Kampfgeist konnte er manches Missgeschick noch wettmachen. Er belohnte sich mit einer sehr beachtlichen Erst-DWZ, die über 1000 liegen wird.
Leon Rolfes (4,5 Punkte, Platz 14): Leon gehörte bis zuletzt zu den Finalanwärtern. Wenn er als Angriffsspieler in seinem Element war, waren schöne und erfolgreiche Partien vorprogrammiert. Auch an der schönsten Partie des Turniers war er beteiligt – wenn auch auf der falschen Seite.
Julian Rausch (3,5 Punkte, Platz 25): Julian bestätigte die Erwartung, dass er im Kreis der Älteren problemlos mitmischen konnte. Er startete fulminant, zahlte dann in der Mitte des Turniers etwas Lehrgeld und bewies mit dem Sieg in der Schlussrunde seine Zugehörigkeit zur oberen Hälfte des Feldes.
Lukas Grünbeck (3,5 Punkte, Platz 26): Lukas hatte das Pech, am ersten Wochenende nicht ganz fit gewesen zu sein. So konnte er nur in einigen Partien sein wahres Können demonstrieren, was er dann umso nachdrücklicher tat.
Nino Küntzel (3 Punkte, Platz 34): Nino hat in seiner ersten Meisterschaft viel gelernt. Die Partien sahen oft besser aus, als das Ergebnis. Doch leider schlichen sich immer wieder Patzer ein, die von den Gegnern konsequent bestraft wurden. Dennoch macht sein Ergebnis Mut, sich weiterhin solch anspruchsvollen Aufgaben zu stellen. Zudem verdiente er sich eine angemessene Erst-DWZ und kann sich nun eben auch als "richtiger" Schachspieler fühlen.
Sebastian Maaßen (2 Punkte, Platz 48): Sebastians Ergebnis ist ganz offensichtlich noch fehlender Erfahrung geschuldet. Seine durchweg ordentlich angelegten Partien gingen zu oft nach taktischen Fehlern verloren. Aber gerade weil er schon eine vernünftige Partieanlage entwickelt, wird er nach dem Abstellen der Fehlerquellen sehr gut voran kommen.
Julius Tens (2 Punkte, Platz 49 – U10): Julius hat das Abenteuer einer BJEM riesigen Spaß gemacht. Er ließ sich auch von Niederlagen nicht entmutigen. Zwei Siege – ausgerechnet in der ersten und letzten Runde – sind ein brauchbarer Anfang. An den mittleren Runden arbeiten wir noch.


Foto 1: Ausgleichs-Denksport vor und zwischen den Runden
Foto 2: Angespannte Erwartung: Julius vor seiner ersten Turnierpartie
Foto 3: Julian mit tollem Start – nach 3 Runden war er unser Bester.
Foto 4: Nino – zwei Siege am dritten Tag
Foto 5: Sebastian vor einer Gewinnpartie