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Auf Tuchfühlung mit den Großmeistern
Im Rahmen eines großen Schachfestes richtete die Berliner Schachjugend ihre Blitzmeisterschaft aus. Alles, was Rang und Namen
hat, war am Start. Da hingen die Trauben für uns natürlich hoch, zumal Blitzschach bisher in unserem Trainings- und Wettkampfprogramm
keine große Rolle spielt.
Dennoch gelang unseren vier Spielern manch starke Partie und überraschender Sieg gegen bisher unerreichbar scheinende
Gegner. Aber auch die spezifischen "taktischen Tricks" des Blitzschachs lernten wir kennen…
Und ganz nebenbei konnte man einen Blick auf die Berliner "Top-12" werfen, die im gleichen Raum die Klingen kreuzten.
Auf dem Foto das Großmeisterduell zwischen Mladen Muze und Robert Rabiega.
| Robin Toebs | 7,0 Punkte | 12. Platz | U14: 5. Platz |
| Leon Rolfes | 5½ Punkte | 33. Platz | U14: 17. Platz |
| Kevin Song | 5½ Punkte | 36. Platz | U14: 19. Platz |
| Erik Nissen | 5,0 Punkte | 39. Platz | U14: 20. Platz |
(68 Teilnehmer)
(Fast)-Paukenschlag in der ersten Runde
Eine große Zuschauermenge versammelte sich schon in der 1. Runde am Brett von Leon – und das aus gutem Grund:
Gegen den Turnierfavoriten Carsten Schirrmacher (DWZ 2045) hatte Leon ein klar gewonnenes Turmendspiel mit 2 Mehrbauern auf
dem Brett und die bessere Zeit auf der Uhr. Doch nun machte der erfahrene Carsten genau das, was man eben nur in einer
Blitzpartie machen kann: Er hatte nichts mehr zu verlieren und spielte "a tempo" irgendwelche Züge, während Leon natürlich
bei jedem Zug nachdenken musste. Leon lehnte ein Remisgebot ab – na klar, er wollte gewinnen. Doch Carsten holte auf diese
Weise den Zeitrückstand auf und als beide Spieler bei 23 Sekunden standen, passierte, was passieren musste: Leon ließ den
König im Schach stehen – Schade.
Bild links: Leon zu Beginn dieser Partie
Robin immer vorn dabei
Robin spielte ein starkes Turnier, konnte sehr viele hochkarätige Gegner erstmals hinter sich lassen. Platz 5 in der
gemeinsamen U12+U14-Wertung ist ein schöner Erfolg.
Eine kleine Schwäche kostete möglicherweise noch einen weiteren Punkt:
Mit klar besserer Stellung und deutlichem Zeitvorsprung dominierte Robin gegen den U12-Meister und WM-Teilnehmer Wladislaw
Galkin. Doch statt nun auch in der letzten halben Minute die überlegene Stellung auszuspielen, wollte Robin seinen starken
Gegner über die Zeit heben. Dabei schlich sich ein Fehler ein, der die Partie zunächst zum Remis verdarb und schließlich
ließ Robin seinen König im Schach stehen, als Wladislaw noch genau eine Sekunde auf der Uhr hatte…
Dennoch blieb unser Spieler in der Spitzengruppe – wenn auch manchmal etwas glücklich (siehe nächste Story) – und saß in der
letzten Runde sogar an Brett 2, wo ihm Carsten Schirrmacher mit seiner Spezialwaffe, dem Marshall-Angriff, ein Stoppzeichen setzte.
Robins Partie gegen U14-Meisterin Valeria Velina verlief ähnlich wie jene gegen Galkin.
9½ Minuten lang war Robin (ich würde sagen "erwartungsgemäß")
der bessere Spieler, hatte eine klare Gewinnstellung und noch 30 gegen 10 Sekunden Restzeit. Doch erneut begann er, die
Entscheidung auf der Uhr statt auf dem Brett zu suchen und verpatzte die Partie sogar noch zu einer Verluststellung.
Zu guter Letzt ließ Robin auch noch seinen König im Schach stehen, doch nun passierten Valeria in den letzten 3 Sekunden
ihrer Zeit gleich 5 Missgeschicke indem sie:
Blitzschach ist harte ArbeitLeon und Erik spielten viele gute Partien und hielten bis über die Mitte des Turniers sehr ordentlich mit (4½ bzw. 4 Punkte nach 7 Runden). Dann mussten aber beide erkennen, dass 11 anstrengende Blitzpartien gegen starke Gegner und in schneller Folge doch auch konditionell ihren Tribut fordern. So gelang ihnen aus den 4 letzten Runden nur noch je ein Punkt und am Ende ein Tabellenplatz, der nicht ganz die gezeigte Leistung widerspiegelt.
Kampfgeist wird belohntKevin hatte sich den Start sicher anders vorgestellt. Er ließ zu Beginn doch einige Punkte unnötig liegen und hatte nach 8 Runden erst 3 Zähler. Doch mit einem schönen Endspurt (2½ aus 3) kam er noch auf einen achtbaren Platz.