Das Wunder vom Plänterwald

Bild Matthias hat mit 5 Punkten die U12-Finalrunde erreicht – aber das ist gar nicht jenes "Wunder", von dem hier die Rede sein soll. Viel mehr wollen wir sehen, wie ihm in 2 entscheidenden Partien die Schachgöttin zulächelte und zwei nicht mehr erwartete Siege ermöglichte…
Allerdings musste Matthias am Ende beider Partien noch einen verblüffenden Zug finden, den seine Gegner sicher nicht auf der Rechnung hatten.

Die Partie der 5. Runde sollte für Matthias die Weichen stellen: Kann er in der erweiterten Spitzengruppe mitspielen? Geht noch was in Richtung Finalrunde?
Sein Gegner war Erik Scharfe – ein erfahrener Spieler mit vierstelliger DWZ und schon reichlich Erfolgen, u.a. bereits Endrundenteilnehmer der BJEM.

Nach einer abwechslungsreichen Partie ohne grobe Patzer auf beiden Seiten ließ sich Matthias kurz nach der ersten Zeitkontrolle den König in ein Mattnetz jagen. Doch Erik knüpfte dieses nicht konsequent zu.
Matthias Fluhr – Erik Scharfe, Berlin 2008 – 1. Schnappschuss

Zwölf Züge später war der weiße Freibauer unbehelligt auf die 7. Reihe vorgedrungen. Nun hätte Erik das Dauerschach forcieren können und sollen. Doch er glaubte wohl, seine Mattdrohung sei stark genug. Das erwies sich als schmerzlicher Irrtum, weil Matthias eine überraschende Rettung fand und zuerst matt setzte.
Matthias Fluhr – Erik Scharfe, Berlin 2008 – 2. Schnappschuss

In der letzten Runde dann der große Showdown: Nur ein Sieg lässt Endrundenhoffnungen. Und die Gegnerin hat es in sich – Maxi Fischer wurde gerade Berliner Vizemeisterin der Mädchen und wird unser Land bei den Deutschen Meisterschaften vertreten. Sie zeigte sich enorm verbessert und es sah ganz und gar nicht nach einem Sieg für Matthias aus.
In der Eröffnung hatte er zunächst eine Figur erobert, war dann aber böse unter die Räder geraten. Maxi spielte brillant auf, verstärkte mit jedem Zug ihren Angriff und konnte mehrfach zwischen verschiedenen Gewinnfortsetzungen wählen. Kurz vor dem Ziel kam sie dann aber sehenswert ins Stolpern…
Matthias Fluhr – Maxi Fischer, Berlin 2008

Während Matthias in beiden Fällen bemerkenswert cool blieb, dürfte der beobachtende Trainer in diesen Tagen um einige Jahre gealtert sein. Das gilt freilich auch für die befreundeten Kollegen aus dem Verein von Maxi und Erik.