Unser WK-III-Team bei der Deutschen Schulschachmeisterschaft 2009

Der grandiose Erfolg in Bad Homburg ist einem tollen Team zu verdanken. Trotzdem möchte der Trainer ein paar Worte an jeden einzelnen Spieler richten. Unsere große Stärke war einmal mehr die Ausgeglichenheit. Hier triumphierten jene Mannschaften, die ähnlich aufgestellt waren, wie wir. Viele andere Vertreter hatten hingegen zwei Spitzenleute und dann einen drastischen Leistungseinbruch ab Brett 3 – damit kann man in einem Mannschaftsturnier nicht bestehen, zumal sich gerade die starken Spieler an den vorderen Brettern gegenseitig neutralisieren.

Bild Bild Margarita Kostré

Dass Margarita ein schachlicher Gewinn sein würde, war uns völlig klar. – Sie ist auch ein menschlicher Gewinn, fügte sich gut in die Mannschaft ein und stellte ihre Leistung voll in den Dienst des Teamresultats. Das Ergebnis von 2,5 Punkten gegen sehr starke Gegner (bis DWZ 2200) ist in Ordnung und war genau das, was eine Mannschaft mit unserem Zuschnitt brauchte.

Leon Rolfes

Auch diese 2,5 Punkte – darunter der ganz wichtige Sieg im letzten Spiel – passten genau ins Mannschaftskonzept: Hinten wird sicher gepunktet und an den vorderen Brettern kommen die Big Points, wenn wir sie brauchen. Leons Leistungskurve geht wieder nach oben. Schön, dass er Zeit in die Partievorbereitung investierte, auch wenn dies nicht immer perfekt aufging. Er muss noch lernen, sich zu bremsen, wenn der Gegner(!) in Zeitnot ist (und das ist man gegen Leon eigentlich immer…). Da ist "Mitblitzen" sicher das falsche Rezept. In der 7. Runde führte genau diese Lehre zum Erfolg.

Bild Bild Kevin Song

Kevins Leistung war das Rückgrat unseres Erfolgs. 6 Punkte aus 7 Runden sind bei einer Deutschen Meisterschaft einfach phänomenal. Man kann natürlich darauf verweisen, dass gerade Kevin von dem Leistungsgefälle ab Brett 3 bei vielen Gegnern profitierte, aber genau darauf war unser Erfolgskonzept ja ausgerichtet. Wichtig auch, dass er die meisten Partien frühzeitig auf die Siegerstraße brachte. Das gab dem Herder-Team zusätzlich Sicherheit.

Matthias Fluhr

Kurzfristig ins Meisterschafts-Team aufgerückt, erfüllte der Jüngste seine Aufgabe perfekt – 2 Siege in enorm wichtigen Wettkämpfen: Gegen den Vizemeister und in der Vorschlussrunde, als die anderen Spieler ein wenig schwächelten. Der Trainer sah gute Angriffsideen und Genauigkeit im Endspiel.

Bild Erik Nissen

Erik blieb bei seinen 4 Einsätzen ungeschlagen. Mehrfach kam er – wie schon bei vielen anderen Gelegenheiten – in schwere Zeitnot. Sein Problem sind ruhige Stellungen, in denen es objektiv schwer ist, einen Plan zu finden. Da ist schnell mal eine Viertelstunde verbraten, ohne die Stellung zu verbessern.
Doch Erik hat gelernt, mit der Zeitknappheit umzugehen. Er bemüht sich nun früher, den Rückstand zu verkürzen. Auch kann er mit dem so entstandenen Druck nun besser umgehen. So waren am Ende gerade die beiden Remis-Partien für das Mannschaftsergebnis enorm wichtig.

Matthias und Erik wechselten sich auch im Ersatzspielerturnier ab, wo sie mit 4,5 Punkten den vierten Platz in einem gemeinsamen Turnier mit der WK-II belegten.

Die Betreuer

OK – am Brett saßen die 5 Schüler, aber ausnahmsweise dürfen sich Trainer und AG-Leiter ein kleines Stück vom Pokal selbst anschreiben. Diese Medaille ist auch ein Erfolg unseres Konzepts, langfristig und geduldig mit den Schülern zu arbeiten, eine breite Basis konkurrenzfähiger Schachspieler heranzubilden.

In den letzten Wochen mussten wir einige sensible Personal-Entscheidungen treffen – bis hin zu der Frage, ob man die mehr oder weniger glückliche Nachrücker-Qualifikation überhaupt annehmen sollte. Im Rückblick war alles richtig und auch beim Ein- und Auswechselrhythmus vor Ort bewiesen wir von Runde zu Runde das berühmte "Goldene Händchen".