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Auch Berlins jüngere Schulschach-Kids waren diesmal am Herder-Gymnasium zu Gast, um die Sieger in einem Turnier ohne Vereinsspieler zu ermitteln. Die Jungen und
Mädchen der
Klassen 5 und 6 lieferten sich einen spannenden Kampf mit mindestens fünf gleichwertigen Spielern, die auch bereits ein beachtliches Niveau vorwiesen.
Ganz vorn rangierten erwartungsgemäß Spieler der Grundschulen "Erich Kästner" und "Nahariya", deren Weg wir seit vielen Jahren mit Sympathie verfolgen.
Da gerade diese Schulen weniger Wert auf leistungssportliche Aspekte und Vereinsanbindung legen, hatten sie heute das richtige Feld, ihr Können zu
zeigen und ihre Stärken auszuspielen.
Neben den Starterfeldern war auch das Betreuerfeld hochkarätig besetzt. Der Beobachter sah mindestens zwei FIDE-Meister, einen Bundesliga-Schiedsrichter und zahlreiche renommierte Trainer. Bei diesem Engagement muss uns um die Zukunft des Berliner Jugend- und Schulschachs nicht bange sein.
Vincent und Pablo konnten sich wie erhofft sehr gut behaupten. Vor allem Pablo startete stark, zeigte gute Ideen und kämpferisch starke Partien. Vor der Mittagspause lag er auf Platz 2, vor der Schlussrunde konnte er immer noch aus eigener Kraft eine Medaille anpeilen. Doch das Los führte ihn ausgerechnet gegen den eigenen Teamkameraden. Vincent spielte seine um ein Jahr größere Erfahrung aus und schob sich noch in die Spitzengruppe. Nur wenige Buchholzpunkte trennten ihn schließlich von Medaillen und Meistertitel. Pablo blieb trotz der beiden Niederlagen zum Schluss weit vorn, hatte die höchste Buchholzwertung des ganzen Feldes. Seine tolle Leistungsentwicklung im ersten Herderschach-Jahr wird ab Herbst sicher zu weiteren schönen Erfolgen führen.
Manchmal trifft man als Schachtrainer Entscheidungen, die man selbst gar nicht so recht erklären kann. Ich hatte einfach das Gefühl, dass Julius in den
letzten Monaten so spürbar gereift sei, dass es sich lohnt, ihn erstmals in einem größeren Turnier auszuprobieren. Was er daraus gemacht hat, kann sich sehen
lassen und gibt uns Hoffnung, dass aus der bisherigen 5. Klasse neben Pablo und Felix doch einige weitere Schüler den Anschluss an unsere Wettkampfmannschaften
schaffen werden. Julius bringt jedenfalls eine gesunde Mischung aus Besonnenheit und Frische mit, die einen guten Schachspieler ausmacht.
Verglichen mit dem Vorjahr hat Björn sein Punktekonto bei stärkerer Konkurrenz verdoppelt. Das ist ein treffendes Indiz dafür, wie er
in diesem Schuljahr voran gekommen ist – und in der nächsten Saison weiter voran kommen wird. Licht gab es bei seinem immer optimistischen und
ideenreichen Angriffsspiel. Die Schattenseite war, dass er die vielen guten Ideen oft noch zu schnell umsetzen wollte… Wenn er ruhiger wird und
gründlicher überlegt, stehen am Ende noch viel mehr Punkte in der Tabelle.
In Klammern die Ergebnisse unserer internen Duelle
| Platz | Spieler | Rd. 1 | Rd. 2 | Rd. 3 | Rd. 4 | Rd. 5 | Rd. 6 | Rd. 7 | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 5. | Vincent Freytag | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 | (1) | (1) | 5 |
| 7. | Pablo Schlesselmann | 1 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 | (0) | 4 |
| 12. | Julius Rußmann | 0 | 1 | 1 | 0 | ½ | 0 | 1 | 3½ |
| 13. | Björn Daase | 0 | 1 | ½ | 1 | ½ | (0) | 0 | 3 |
| 1. Ivan Scholz | Erich-Kästner-Grundschule | 5 Punkte – 29,0 Buchholzpunkte |
| 2. Juri Paulischkies | Erich-Kästner-Grundschule | 5 Punkte – 28,5 Buchholzpunkte |
| 3. Marcel Becker | Nahariya-Grundschule | 5 Punkte – 27,5 Buchholzpunkte |
| 4. Dennis Prüßing | Nahariya-Grundschule | 5 Punkte – 26,5 Buchholzpunkte |
| 5. Vincent Freytag | Herder-Gymnasium | 5 Punkte – 26,0 Buchholzpunkte |
(20 Teilnehmer)
Besonders vorbildlich klappte heute die Meldung der Ergebnisse. Wettkampfklasse, Brettnummer, siegreiche Farbe und eigener Name wurden angesagt und auch
die Bestätigung immer diszipliniert abgewartet. Nur einmal kam der Mann am Computer ins Schleudern, als ihm aus der WK-V gemeldet wurde: "Brett 7, Braun
gewinnt." Verzweifelt suchte er nun nach einem Spieler dieses Namens, bis ihm erklärt wurde: "Nein, ich habe mit den braunen Figuren gespielt."
Ein Blick auf die Tischreihen zeigte: Der Junge hatte Recht und die Lacher auf seiner Seite…