Tagesbericht vom 05.02.2011

Die Spannung lag heute natürlich vor allem über dem Finale in der U16. Margarita und Leon tauschten sich relativ schnell in ein kompliziertes Endspiel. Dort unternahmen beide noch lange den Versuch, auch nur kleinste Vorteile zu erreichen. Das Remis, das sich früh abgezeichnet hatte, war aber unvermeidlich.

Remis endeten auch die Partien unserer weiteren U16-Spieler. Jonas hatte gegen einen deutlich erfahreneren Gegner immer eine etwas druckvollere Stellung, scheute aber das letzte Risiko und krönte mit diesem halben Punkt sein bislang bestes Turnier.
Remis für Maximilian, dessen Gegner um ca. 450 DWZ-Punkte höher gesetzt war – man könnte über das Ergebnis jubeln, wäre die Chance nicht sogar viel größer gewesen. Maxi gewann einen Turm, musste dann im Gegenangriff eine Figur zurück geben. OK – es blieb eine Mehrfigur für zwei Bauern. Wenig später bot sich die unverhoffte Chance, eine zweite Figur (und damit die Partie) zu gewinnen. Diese Gelegenheit ließ Maxi leider verstreichen und teilte wenig später den Punkt.
Remis nach ordentlicher kämpferischer Leistung für Matthias. Er schien in der Eröffnung (Königsgambit mit Einschlag auf f7) heftig unter die Räder zu kommen, kämpfte sich aber wieder heraus und schließlich musste der Gegner ins Unentschieden einwilligen.

Hut ab vor der Moral, die Kevin in diesem Turnier bewiesen hat. Nach fünf Niederlagen gab es gestern den ersten Sieg und heute noch ein Remis nach zäher Verteidigung gegen den Dritten der Meisterschaft. Raphael hielt gegen den neuen Meister eine spannende Partie lange offen. Erst eine übersehene Springergabel in der fünften Stunde brachte die Entscheidung.

Fazit

Diese BJEM hat auch dem Betreuer riesigen Spaß gemacht. Sie war eine unserer erfolgreichsten der letzten Jahre, zumal die Spieler unsere Erwartungen und Hoffnungen erfüllten, teils gar übertrafen.
An der Spitze steht natürlich das Erreichen des Stichkampfes für Margarita und Leon. Margarita spielte das gewohnt sichere Schach, blieb als einzige Teilnehmerin ungeschlagen. Leon fand nach einer frühen vermeidbaren Niederlage immer besser ins Turnier und spielte gegen Ende sicher das beste Schach des Feldes. Der Stichkampf ist eine große Chance für ihn – dort wird man sich aber keinen Fehlstart leisten können.

Jonas spielte ein großartiges Turnier, etablierte sich in der Spitzengruppe des Berliner Jugendschachs – absolut bemerkenswert, zumal Schach für ihn ja nur "Zweitsportart" ist. In dieser Woche war er unser Mann, für die ungewöhnlichen Züge. Das Turmopfer aus Runde 1 und der Damenfang vom Mittwoch wurden hier bereits vorgestellt. Auch gegen Leon hielt er die Partie mit einem feinen "kollinearen" Zug ausgeglichen. Ein riesiger DWZ-Zuwachs ist der Lohn.

Noch deutlicher verbesserte Maxi seine Wertzahl. Der viel beachtete Auftaktsieg blieb zwar der einzige volle Erfolg, doch nur zwei Partien gingen verloren. Dass Maxi "Remiskönig" wird, zeigt wie sicher er schon spielen kann. Die Erfahrungen, die er inzwischen auch im Erwachsenenbereich sammelt, werden ihn noch weiter in die Spitzengruppe bringen.

Für Matthias war diese Meisterschaft ebenfalls ein Schritt nach vorn. Er muss aus den gelungenen Partien Selbstvertrauen tanken und wird dann endlich wieder angriffsfreudiges Schach spielen. Auch er verlor nur zwei Partien.

Das ganz dicke Lob für Kevins Wettkampfmoral wurde schon mehrfach angesprochen. Man kann es nicht oft genug wiederholen. Immerhin kann er sich sogar über einen satten DWZ-Gewinn freuen. Raphael hielt nach gutem Start das anstrengende Turnier und die langen Partien noch nicht ganz durch. Bei ihm als Fixstarter für die Deutsche Meisterschaft ging es auch nicht so sehr um die Punkte, als viel mehr um Erfahrungen aus niveauvollen und anstrengenden Partien. Diesen Zweck hat das Turnier ganz gewiss erfüllt.

Bild Was mir auffiel…

… ist die relativ hohe Remisquote unserer Spieler (u.a. Margarita, Matthias und Jonas je 3x, Maximilian 4x). All diese Remisen kamen nach langen und oft sehr schwierigen Partien zustande. Dies zeigt, dass wir in der Lage sind, auch problematische Stellungen erfolgreich zu verteidigen – eine Fähigkeit, die starke Schachspieler auszeichnet und die uns in früheren Jahren oft gefehlt hat. Andererseits hätte ich mir aber in einigen Fällen etwas mehr gesundes Selbstvertrauen und Aggressivität gewünscht, die eine oder andere Partie auf Sieg anzulegen bzw. die "Remis"-Stellung noch weiter auszuloten.
In diesem Sinne sollten wir mal über den nebenstehenden Wahlspruch vom T-Shirt der Spieler von Chemie Weißensee nachdenken.

Unsere Bilanz in Zahlen
Klasse Platz Name Punkte DWZ-Bilanz
U18 7. Raphael Lagunow 2 –47
8. Kevin Song +22
U16 (2.) Margarita Kostré +46
(3.) Leon Rolfes –9
7. Jonas Brenck +121
12. Matthias Fluhr +24
14. Maximilian Ringleb 3 +155
Open 12. Linus Dilewski 4 +58

Die Platzierungen von Margarita und Leon ergeben sich aus der Buchholz-Wertung dieses Turniers. Über die endgültige Medaillenverteilung wird ein Stichkampf entscheiden. Zu beachten ist ferner, dass Raphael (U12) und Maximilian (U14) oberhalb ihrer eigentlichen Altersklassen starteten.

Und hier nun auch am letzten Tag noch ein paar Fotos…

Bild Bild
Leon und Margarita zu Beginn ihrer Remis-Partie
Im Hintergrund: Marko Perestjuk,
der der dritte Stichkampf-Teilnehmer sein wird.
Um diese Trophäe wird es dann gehen.
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Raphael verschafft sich etwas Überblick. Bei dieser BJEM konnte man viel lernen.