Berliner Jugendopen 2011

Bild Erstmals veranstaltete die Berliner Schachjugend im Rahmenprogramm der BJEM das Jugend-Winteropen. Im Gegensatz zu den sogenannten "Anfängerturnieren" am Rande der Vorrunden wurden hier anspruchsvolle Turnierpartien mit DWZ-Auswertung ermöglicht.
37 Spieler folgten dieser Einladung, sorgten allerdings für ein recht heterogenes Starterfeld: 6 Spieler mit DWZ jenseits der 1200 standen ca. 20 Startern ohne Turniererfahrung bzw. mit Wertzahlen unter 800 gegenüber. Im dazwischen liegenden "Niemandsland" ordnete sich unser einziger Vertreter Linus Dilewski ein.

Für Linus standen im offenen Turnier drei Ziele auf der Tagesordnung:

Die ersten beiden Ziele konnte er erreichen, das dritte scheiterte an etwas unglücklicher Auslosung.

Den zwölften Platz in der Abschlusstabelle wollen wir nicht überbewerten. Die Turnierleitung experimentierte mit dem "beschleunigten Schweizer System". Mein Eindruck – der sicher von der ungewöhnlichen Struktur des Teilnehmerfeldes beeinflusst wird – ist, dass man mit diesem System gewiss mehrheitlich Partien auf ausgeglichenem Niveau zu sehen bekommt. Das wird aber um den Preis erkauft, dass die Platzierungen hinter der absoluten Spitzengruppe noch weniger aussagefähig sind, als im klassischen Schweizer System. Eine Austragung in Form von Rundenturnieren nach Leistungs- oder Altersgruppen wäre bei dieser Besetzung sicher eine interessante Alternative gewesen.

Für Linus stehen vier Siege und drei Niederlagen zu Buche. Er unterlag nur dem Turniersieger und der Zweitplatzierten sowie gegen die Nummer 1 der Startrangliste. Das Lospech zur vorletzten Runde verhinderte eine leistungsgerechte Platzierung.

Blickt man auf den Verlauf der Partien, gewinnt man viele Erkenntnisse, aus denen Linus nun wichtige Schlüsse für seine weitere Laufbahn ziehen kann. Bei voller Konzentration konnte er mit den besten Spielern mithalten, hatte gegen den DWZ-stärksten Teilnehmer zeitweise vielversprechenden Vorteil. Gegen die vermeintlich schwächeren – und meist deutlich jüngeren – Kontrahenten ließ er es oft noch etwas locker angehen und bekam problematische Stellungen. Nach diesen Weckrufen rappelte sich Linus dann jeweils zu Normalform auf und konnte das Blatt noch zu seinen Gunsten wenden.