Berliner Meisterschaft 2013 – 1. Vorrunde

Bild 1. Tag – U12

Rachela gehört im U12-Feld zu den Favoriten und wurde dieser Rolle am ersten Tag vollauf gerecht. Am Vormittag setzte sie wieder einmal ihre Geduld und Abgeklärtheit ein, um eine gar nicht so gut angelegte Partie noch sicher zu gewinnen. Nachmittags untermauerte sie ihre Final-Ambitionen mit einem Sieg aus starkem Königsangriff.

Moritz begann mit einer langen und sehr gut geführten Partie. In seiner ersten Meisterschaft war aber der Gegner noch zu stark. Zur Nachmittagsrunde trat dann der zugeloste Spieler nicht an, so dass Moritz mit einem Punkt aus dem Tag geht.

1. Tag – U14

Nur zwölf Spieler haben für die U14-Vorrunde gemeldet – was ist da los? Dieses unerwartet kleine Feld führt sogar zu einer Reduzierung des Turniers auf fünf Runden – schade.
Die Setzliste lässt erwarten, dass die Trauben für unser Trio hier sehr hoch hängen werden.
Die Auftaktrunde brachte dann auch drei nicht ganz unplanmäßige Niederlagen. Am Nachmittag spielten unsere Akteure jeweils remis.
Daniel hatte gegen den an Nr. 2 gesetzten Jakob Hartmann lange Zeit sogar Gewinnchancen. Im internen Duell gegen Pablo kam er hingegen nicht an seine Normalform heran. Umso mehr konnte sich Pablo über den halben Punkt und eine zwischenzeitlich sogar klar vorteilhafte Partie freuen.
Marian wählte gegen eine etwa gleichrangige Gegnerin das falsche Rezept. Nach Generalabtausch verblieb ein Endspiel mit ungleichen Läufern.

Bild 2. Tag – U12

Rachela hält weiterhin klar Kurs zur Endrunde. Gegen die Nummern 1 und 3 der Setzliste spielte sie jeweils remis. Schön, dass sie schon die Stabilität besitzt, auch gegen starke Konkurrenz nicht zu verlieren.
Moritz hatte es nach dem kampflosen Punkt mit wesentlich erfahreneren Spielern zu tun. Er griff mutig an, opferte auch jeweils eine Figur. Doch gegen starke Gegner klappt das eben nur, wenn es genau durchgerechnet ist und so gingen diese ideenreichen Angriffe noch(!) schief.

2. Tag – U14

Unsere "Großen" weiter im Gleichschritt: Nach dem zweiten Tag stehen alle drei U14-Spieler bei 1½ Punkten. Daniel kam zu zwei vorbildlich ausgekämpften Remisen gegen seine "Angstgegnerin" Katharina und gegen die Nr. 4 der Setzliste Henrik Hesse. So möchten wir Daniel immer sehen.
Beim internen Duell dominierte Pablo zunächst gegen Marian, ehe er sich mit einem Dameneinsteller um die Früchte der Arbeit brachte. Dafür revanchierte sich Pablo dann mit einem klaren Erfolg in der 4. Runde. Es war unser erster Sieg gegen einen "fremden" Gegner in diesem Turnier.

Bild 5. Runde – U14

Die U14-Spieler sind bereits nach fünf Runden fertig. Heute musste also noch einmal alle Kraft mobilisiert werden, um das Turnier mit einem Erfolgserlebnis zu beschließen. Den ersten Punkt gab es schon nach der obligatorischen Wartezeit von 30 Minuten. Daniel wartete nämlich vergebens auf seinen Gegner, der sich – abgeschlagen am Tabellenende liegend – ein freies Wochenende gönnte. Mit einem 50%-Ergebnis bei nur einer Niederlage gegen den Tabellenzweiten in diesem starken Feld kann Daniel durchaus zufrieden sein.

Wesentlich schwerer waren die Aufgaben für Pablo und Marian: 600 bzw. 750 DWZ-Punkte Vorsprung brachten ihre Kontrahenten mit. Marian kam gut aus der Eröffnung, lieferte lange einen ausgeglichenen Kampf, musste aber schließlich die Überlegenheit von Daniel Klodt anerkennen. Sein Ergebnis von 1½ Punkten liegt im Rahmen der Erwartungen und wird mit deutlichem DWZ-Plus belohnt.

Pablo (Bild links) krönte sein bisher bestes Turnier mit einem sensationellen Sieg. Er spielte eine ideenreiche Angriffspartie aus einem Guss und beherrschte den Gegner souverän – und das bei 600 Punkten DWZ-Unterschied. Pablo ist in den letzten Monaten schachlich und persönlich enorm gereift und steht bereit, sich auch in den Sphären des "erwachsenen" Schachs zu bewähren. In den fünf Runden dieser Meisterschaft gab es schon mal einen dreistelligen DWZ-Zuwachs.

Gugulaschwili – Nadolny
Bild
Moritz spielte den Bauerndurchbruch
33… b5-b4!. Nach 34.c3xb4 – auch
34.axb4 a3! führt zum Matt – fand er
das tolle Turmopfer 34… Te4xb4!.
Es folgte 35.a3xb4(?). Wenn Weiß
das Opfer ablehnt, hat Schwarz weiter
einen Turm mehr. So aber setzt Moritz
nach 35… a4-a3! unweigerlich matt.
Man sehe z.B. 36.Tb1 Ta4! nebst axb2#
oder 36.Ld4 axb2+ 38.La7 b1D+.

Bild 3. Tag – U12

Ohne große Aufregungen steuert Rachela dem Ziel der Endrundenqualifikation entgegen. Heute verbuchte sie zunächst einen Sieg und dann ein Remis gegen den Spitzenreiter. Nach sechs Runden ist sie ungeschlagen. Wenn diese Serie morgen hält, steht dem Finale nichts im Wege.

Die spannendste Partie erlebte das Herderschach-Team am Vormittag bei Moritz (Bild links). Unser Meisterschafts-Debütant traf auf einen Gegner mit vierstelliger DWZ, der schon die Erfahrung von 13 gewerteten Turnieren mitbrachte. Zunächst geriet Moritz durch eine Ungenauigkeit in der Eröffnung in bedenklichen Königsangriff, doch konnte er mit aufmerksamem Spiel alle Angriffe abwehren. Da sich Weiß den Sturm auf die Königsstellung einiges kosten ließ, stand unser Spieler schließlich mit einem Mehrturm da. Den setzte er dann mit einem tollen Opfer zum Mattangriff ein (siehe Stellungsbild). Diese Kombination am Brett zu finden, war eine grandiose Leistung.
Am Nachmittag reichte die Kraft dann nicht für eine zweite konzentrierte Partie.

7. Runde – U12

Rachelas Serie hat gehalten. Sie übersteht auch die letzte Partie ungeschlagen und qualifiziert sich erwartungsgemäß für das Finalturnier. Heute mussten Spielerin und Beobachter aber einige Aufregungen überstehen. Erst ein Turmeinsteller des bis dahin großartig aufspielenden Gegners brachte Rachela auf die Siegerstraße. Im Endspiel unterlief ihr dann freilich eine Unachtsamkeit, so dass am Ende ein letztlich gerechtes Remis unterschrieben wurde.

Moritz wurde erstmals mit der im Kinderschach selten gespielten Caro-Kann-Eröffnung konfrontiert. Da konnte er nicht die üblichen Entwicklungsmuster aufbauen und blieb mit dem König im Zentrum stecken. Doch zwei konsequent ausgenutzte Patzer des Gegners genügten schließlich für unseren Vertreter zu einem relativ schnellen Sieg. Moritz hat – wie viele Herder-Schüler vor ihm – schon während der ersten BJEM-Teilnahme einen großen Sprung nach vorn gemacht. Dies wird nun auch mit einer sehr ansehnlichen Einstiegs-DWZ belohnt.

Ergebnisse

Klasse Platz Name Punkte Runden DWZ-Veränderung
U14 6. Daniel Lewin 5 unverändert
8. Pablo Schlesselmann 5 + 118
10. Marian Hauser 5 + 53
U12 3. Rachela Rosenhain 5 7 + 12
14. Moritz Nadolny 3 7 Erst-DWZ 826

Bericht und Fotos: Thomas Binder