Berliner Meisterschaft 2013 – Endrunden

Starker Auftakt

Bild Unsere Vertreter sind gut in die Berliner Meisterschaft gestartet.
Rachela kam gegen die Nr.1 der Setzliste zu einem nie gefährdeten Remis. Nach beiderseitigem Belauern war ein blockiertes Bauernendspiel irgendwie die logische Folge.
Raphael ist mit einem Sieg ins sehr stark besetzte U14-Turnier gestartet. Hier warten noch wesentlich anspruchsvollere Aufgaben, doch die heute gezeigte Spielfreude ist ein gutes Zeichen.

Für das erste Highlight aus unserer Sicht sorgte Florian (Foto rechts). Er bezwang mit Fabian Alcer einen ca. 400 Punkte höher eingestuften Gegner. Florian legte die Partie gewohnt ruhig und sicher an, stand nie schlechter. Ein Figureneinsteller des Gegners ließ dann plötzlich ein Spiel auf Gewinn zu. Es wurde noch einmal eng, als Fabian seinen h-Bauern bis auf die 7. Reihe brachte, doch da hatte Florian bereits einen klar berechneten Gewinnweg im Endspiel. Bei dieser Berechnung hatten allerdings beide Spieler eine einzügige Rettung für Weiß übersehen. Dennoch – da es abseits dieses beiderseitigen Aussetzers einen klaren Gewinn für Florian gab, geht das Ergebnis wohl in Ordnung.

Zur Ergänzung: Konstantin hat bei der Brandenburgischen U12-Meisterschaft bislang zwei Siege aus vier Runden. Dabei gewann er u.a. gegen den Top-Gesetzten.

Bild Bild Tag 2 – Raphael und Rachela weiter ungeschlagen

Gegen zwei starke Gegner kam unsere U12-Spielerin heute zu weiteren Punkteteilungen. Ist sie damit auf dem Weg zur Remiskönigin – na gut -prinzessin? Jedenfalls ist Rachela (Foto rechts) auch nach drei Runden noch ungeschlagen und tummelt sich ganz beachtlich im Feld der spielstarken Jungen ihrer Altersklasse.

Noch besser lief es für Raphael (Foto links). Nach dem zweiten Sieg ist er nun schon alleiniger Spitzenreiter der U14. Doch das ist gewiss kein Ruhekissen, auf dem man sich ausruhen könnte.

Für Florian hingen die Trauben gegen die Nr. 1 der Setzliste (DWZ knapp unter 2000) heute noch zu hoch. Ein etwas zu langsamer Partieaufbau üerließ dem Nachziehenden Mehrbauer und Flügelangriff. Am Ende war Florian auch mit zwei Leichtfiguren gegen einen Turm machtlos, die verbundenen Freibauern aufzuhalten.

Konstantin hat in der Meisterschaft seines Bundeslandes gegen den Spitzenreiter verloren, dann in Runde 6 seinen dritten Sieg eingefahren. Die aktuelle Tabellenkonstellation und das Restprogramm lassen Platz 4 als realistisches Ergebnis erwarten. Das wäre ein tolles Ergebnis im ersten U12-Jahr.

Drei Siege am dritten Tag

Suhre – Schreiber
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Florians Zug 1.f4-f5 ist nicht der einzige
Gewinnweg. In der Partie folgte 1… Lg4xf5?
2.Ld2-h6+ Lf6-g7 3.De4-e7#
. Auch bei
besseren Zügen wie 1… Kg7 oder 1… Le5
verliert Schwarz Material auf b7 oder g4.
Rosenhain – Granzin
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Rachela erkannte die gewinnbringende
doppelte Springergabel
18.Sg5-e6+! f7xe6 19.Sd4-e6+.
Das war ein sehr erfreulicher Tag für unsere BJEM-Starter. Raphael und Rachela gewannen ihre Partien sicher und sind weiter ganz vorn dabei. Raphael führt mit 3 Punkten vor den beiden stärksten Rivalen Moritz Greßmann und Jakob Scheinhütte (je 2½). Am Donnerstag und Sonnabend wird es die hoffentlich entscheidenden Partien geben.
Rachela bleibt ungeschlagen in der oberen Tabellenhälfte. Auch für sie stehen die ganz harten Bewährungsproben noch aus. Ihren sehenswerten Gewinnzug zeigt das linke Diagramm.

Weiterhin ein blendendes Turnier spielt Florian. Die Papierform und wohl auch die neutralen Beobachter sehen ihn als Außenseiter, doch wer lange mit ihm arbeiten darf, weiß um das Potential des in sich ruhenden jungen Mannes. Heute krönte er seinen zweiten Sieg (erneut gegen einen klar besser eingestuften Gegner) mit einer hübschen Schlusswendung, die uns ein Diagramm wert ist (Diagramm rechts).

Konstantin wollte seinen Herderschach-Gefährten nicht nachstehen. Mit einem weiteren Sieg sicherte er sich Platz 4 bei der Brandenburgischen U12-Meisterschaft, erfüllte damit genau seine Setzlistenerwartung und freut sich über einen kräftigen DWZ-Sprung nach vorn.

Sieglos am vierten Tag

Es kommt nicht unerwartet, dass sich die gestrige Siegesserie nicht fortsetzen ließ.
Raphael gab seinen ersten halben Punkt ab, seine Titelchancen bleiben aber intakt. Im starken U14-Feld muss eben jede Partie mit riesigem Kraftaufwand gewonnen werden. Da gibt es keine schwachen Gegner.

Rachela bekam es mit dem bisher auf 100%-Kurs befindlichen Spitzenreiter Marcel Petersen zu tun. Sie spielte eine großartige Partie, gewann früh eine Figur und hatte deutlichen Vorteil und viele klare Siegchancen. Dass sie diese schließlich nicht nutzen konnte, hatte wohl auch damit zu tun, dass Rachela heute gesundheitlich nicht ganz fit war. So musste sie dann die Partie der Nachmittagsrunde leider "sausen lassen". Hoffen wir, dass sie morgen wieder ans Brett gehen kann.

Für Florian wird im DWZ-Bereich jenseits der 1800 die Luft doch etwas dünn, so dass heute die zweite Niederlage zu verzeichnen war.

Raphael wieder allein vorn

Das Wichtigste zuerst: Rachela ist weiter dabei. Heute musste sie noch etwas Kraft sparen, bleibt nach dem recht kurzen Remis aber am Brett weiter ungeschlagen.

Sieger des Tages ist zweifellos Raphael. Im Duell der beiden Top-Gesetzten des U14-Feldes setzte er sich durch und liegt nun einen halben bzw. ganzen Punkt vor den Titel-Konkurrenten. Am Dienstag habe ich ihm aufgegeben, das Rennen bis zu meinem nächsten Besuch im Turniersaal am Sonnabend offen zu halten. Zumindest das ist jetzt bereits sicher.

Florian unterlag einem Spieler mit ca. 350 DWZ-Punkten Vorsprung und wird morgen versuchen, sich wieder auf die angestrebten 50% hoch zu spielen.

Drei Siege am vorletzten Tag – Phantastische Ausgangspositionen

Ganz starker Tag für unsere drei BJEM-Teilnehmer:
Rachela ist wieder fit und gewann heute eindrucksvoll gegen einen bisher vor ihr liegenden Spieler. Sie packte ihre "alte Waffe", die Wiener Partie aus und spielte beeindruckend sicher den Standardplan bei entgegengesetzten Rochaden. Ein Zwischenschach bescherte ihr eine Figur und offene Linien gegen den König.

Für Raphael kommt der Meistertitel in Reichweite. Nach seinem heutigen Sieg hat er nun einen ganzen Punkt Vorsprung, muss aber morgen noch gegen einen der direkten Verfolger antreten.

Florian zeigte sich von den beiden Niederlagen der letzten Tage gut erholt, gewann seine dritte Partie und kann nun sogar von einer Bilanz über 50% träumen.

Am Schlusstag erfüllten sich alle Wünsche

Bild Beginnen wir den letzten Tag mit einem kleinen Bilderrätsel. Wozu dienen wohl diese merkwürdigen Geräte, die man in der Aula in großer Zahl auf den Heizungsbänken findet? Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegen genommen. Ein heißer Tipp liegt uns schon vor.

An den Schachbrettern gingen heute alle unsere Wünsche in Erfüllung. OK – nicht ganz, denn Florian konnte sein Können nicht mehr zeigen. Seine Gegnerin zog wegen Krankheit zurück. So kam unser Spieler kampflos zur Komplettierung seines großartigen Ergebnisses.

Die Ausgangsposition für Raphael war klar: Ein Remis genügt zum Titelgewinn. Doch sein Gegner Jakob Scheinhütte konnte sich selbst mit einem Sieg in den Stichkampf bringen. In solchen Situationen ist die bessere Chance oft sogar beim Verfolger. Entsprechend wurden auch keine Geschenke verteilt. Es entspann sich ein nervenaufreibender Kampf, in dem Jakob durchaus ernste Gewinnversuche unternahm. Raphael wehrte sie souverän ab und so wurde schließlich doch nach ca. 3 Stunden der Punkt geteilt.

Rachela konnte heute ihr superstarkes Turnier krönen. Sie ging als klare Favoritin in die letzte Partie. Etwa zur Mitte der Spielzeit war klar, dass ein Sieg sogar die Bronzemedaille bringen könnte. Die Partie verlief lange ausgeglichen. Zu Beginn des Endspiels geriet der Erfolg noch einmal in Gefahr, doch gerade in dieser Phase spielte Rachela ihre Überlegenheit aus. Nach einer kostenlosen Lehrstunde zum Thema "Oppositonslehre" war der Punkt dann unter Dach und Fach.

Raphaels Glanzpartie

Wir haben viele gute Partien gesehen, aber eine verdient besonders herausgehoben zu werden. In der vorentscheidenden Partie um den U14-Titel setzte sich Raphael gegen den Zweiten der Setzliste und späteren Vizemeister mit einem großartigen Schlussangriff durch. Vor allem angesichts der Bedeutung der Partie war das eine beeindruckende Leistung.
Sehen Sie die entscheidenden Züge:
Raphael Lagunow – Moritz Greßmann

Fazit

Bild Raphael wurde seiner Favoritenrolle gegen starke Konkurrenz gerecht. Man hatte im Turnierverlauf nie das Gefühl, dass Zweifel am Gewinn der Meisterschaft aufkamen.

Rachela spielte ein ganz starkes Turnier. Sie hatte den hoch überlegenen Sieger am Rand der Niederlage – und schon ein Stückchen darüber hinaus. Am Brett blieb sie ungeschlagen, nur eine Runde musste wegen gesundheitlicher Probleme kampflos abgegeben werden. Mit ihrer routinierten Spielweise konnte sie Risiko und Sicherheit genau richtig dosieren und holte sich verdient die Bronzemedaille.

Florian übertraf die statistischen Erwartungen sehr deutlich und kann nun unter den besten Berliner Spielern seiner Altersklasse nicht mehr übersehen werden. Wer ihn jedoch kennt, wird von diesem Ergebnis weit weniger überrascht sein.

Ergebnisübersicht

Klasse Platz Name Punkte Runden DWZ-Tendenz
U12 3. Rachela Rosenhain 9 + 72
U14 1. Raphael Lagunow 6 7 + 12
U16 6. Florian Suhre 4 7 + 122

Bericht und Fotos: Thomas Binder