Bild Auf ein Dutzend DSSM-Teilnahmen blickt das Haus Herderschach nunmehr zurück. Jede davon bleibt wegen ganz besonderer Details in lebendiger Erinnerung.
Für die Tage im Mai 2017 waren es die besonderen Umstände bei der Zusammenstellung des Teams und der Vorbereitung der Reise nach Aurich. Lior, der eigentlich zur WK-IV-Mannschaft gehörte, und Kevin befanden sich nämlich mit ihrer Klasse auf der schönen Insel Sylt. Was tun also, wenn man Lior eigentlich in Bad Homburg und Kevin unbedingt in Aurich braucht?
Die Lösung war nur unter riesigen Anstrengungen – vor allem des AG-Leiters – und mit kreativen Ideen möglich. Lior wurde kurzerhand zu den "Großen" befördert und durfte schon vorzeitig WK-III-Luft schnuppern. Für den Transfer zwischen Nord- und Ostfriesland fand Herr Steinkrauß in Abstimmung mit den Eltern der beteiligten Kids und ihrer Klassenleitung eine gerade noch gangbare Lösung.

Rachela, Konsti und Alec reisten ab Mittag pünktlich per Bahn und Bus von Berlin über Hannover und Leer (Ostfriesland) nach Aurich. Alles war gut vorbereitet, Rachela eine verantwortungsbewusste und zuverlässige Team-Managerin. Es ist wohl kein Zufall, dass Herr Steinkrauß am Abend von den Organisatoren mit der Ansage begrüßt wurde, seine "junge Kollegin" habe alles perfekt geregelt.

Der AG-Leiter selbst machte sich schon am frühen Morgen auf nach Norden. Über Hamburg reiste er nach Westerland auf Sylt, sammelte dort Kevin und Lior ein, um mit beiden über Bremen und Leer nach insgesamt mehr als 14 Stunden Aurich zu erreichen… Die Kartenskizze der Deutschen Bahn ist da jedenfalls noch eine grobe Vereinfachung.
Monsteraufwand, den man so wohl nur betreibt, wenn er Schülern gilt, die dies mit ihrem Einsatz im Wettkampf und ihrem sympathischen Auftreten zurückzahlen!

Bild Ein starker Auftritt unseres WK-III-Teams

Im ersten Moment waren unsere Spieler beim Blick auf die Abschlusstabelle ein wenig geknickt. Sie hatten den Top-Mannschaften einen starken Kampf auf Augenhöhe geliefert, konnten bis zur letzten Runde realistisch von einer Medaille träumen und fühlten sich mit Platz 8 unter Wert geschlagen.
Doch dieser achte Platz bedeutet immernoch eine Verbesserung gegenüber der Setzliste. Wir haben gegen die sechs top-gesetzten Mannschaften gespielt, dabei nur zweimal ganz knapp verloren! Dem überlegenen neuen Meister wurde dessen einziger Punkt abgenommen. Hinzu kommt Platz 2 im DSM-Open, wo sich der jeweils spielfreie Spieler zusätzlich engagierte. In der langen Reihe unserer DSSM-Starts gehört dieser zu den schönsten Erinnerungen!

Starke Leistungen an allen Brettern

Alle Mitglieder des Teams haben ein gutes Turnier gespielt. Blickt man auf die Statistik und berücksichtigt die Qualität der Gegner, ragen die Leistungen von Rachela und Kevin noch heraus.
Lior hat als deutlich jüngerer Spieler seine Aufgabe gut erfüllt und besitzt zudem den Löwenanteil am Silberrang im Open.
Konstantin braucht einfach mehr anspruchsvolle Wettkampfpraxis. Hm – das war eigentlich der Sinn des Vereinswechsels im vorigen Jahr…
Alec rückte erst im Berliner Finale aus dem B-Team in diese Mannschaft auf. Sein erster DSSM-Start war herausragend und macht Lust auf mehr.


Text: Thomas Binder, Foto: Thilo Steinkrauß