Beyens Trick
Nachschlag
Final Fun
Der Weg eines Bauern zum Umwandlungsfeld kann auf vielfältige Art mit kombinatorischen Mitteln geebnet werden.
Eine Gruppe von interessanten Motiven hat Tim Krabbé mit dem Namen des weniger bekannten belgischen Spielers Roland Beyen in Verbindung
gebracht.
Führt man Beyens Idee auf schachliche Grundmotive zurück, handelt es sich um ein Hinlenkungsopfer, mit dem eine Linie oder Reihe verstellt wird,
die der Gegner dringend zur Verteidigung gegen eine Umwandlung offen halten müsste.
Die namensgebende Partie ist nicht ganz so eindrucksvoll wie einige der folgenden Beistpiele. Wegen ihrer Bedeutung als "Original" wollen wir sie hier
dennoch vorstellen. Beyens Gegner war immerhin ein mehrfacher WM-Kandidat. Es blieb übrigens der einzige Sieg der Belgier im EM-Vorrundenkampf gegen
die Tschechoslowakei.
Beyen – Filip, Luxemburg 1971
Schauen wir uns nun aus Tim Krabbés Sammlung einige weitere schöne Beispiele an.
Kotloman – Zinman, Sowjetunion 1985
Im folgenden Fall sehen wir zwei ganz starke Großmeister.
Timman – Yermolinsky, Niederlande 1999
Gewiss funktioniert Beyens Trick auch über die Vertikale. Leider führt Krabbé hierzu zunächst einige nicht ganz so plausible Beispiele an.
Doch einige bekannte Studienkomponisten haben sich zum Glück um das Motiv verdient gemacht.
Studie von A. Wotawa
Der französische Studienkomponist Henri Rick (1870 – 1952) hat das Motiv mehrfach bearbeitet. Besonders eindrucksvoll im folgenden Fall:
Studie von H. Rinck, 1911
Kann man auf diese Weise auch eine Diagonale versperren? Ja, auch das geht:
Garcia – Rubinetti, Argentinien 1972
Und wenn es in der Partie geht, dann auch in der Studie:
Studie von Weenink, 1918
Zum Schluss ein Beispiel, bei dem einem Springer der Weg verwehrt wird. Hierfür hat auch Tim Krabbé nur Studien gefunden.
Studie von Troitzky, 1896
Der Beitrag hierzu ist in Vorbereitung.
Die enorme Kraft der Zwickmühle haben wir schon in mehreren Beiträgen erlebt. Unlängst wurde sie eindrucksvoll von einem Berliner Jugendspieler
demonstriert. Unter Verzicht auf materiellen Gewinn, bereitet er mittels der Zwickmühle den entscheidenden Mattangriff vor.
Alten – Mittelstädt, Berlin 2012
Immer wieder wird uns die enorme Bedeutung der Quadratregel für die Beurteilung von Bauernendspielen vor Augen geführt. Besonders reizvoll sind
Aufgaben, bei denen dieses Element mit anderen Motiven kombiniert wird. Sehen wir eine interessante Studie:
Studie von Sachodjakin, 1934
Und wieder einmal gibt es ein Libellenmatt zu bestaunen, wenn auch nur in den Varianten des folgenden Angriffs.
Colbourne – Blackburne, Hastings 1892
Frühzeitiger Damenfang beschäftigte uns u.a. in Trainingseinheit 17. Ein Motiv, das uns damals entgangen war, sei heute mit zwei Beispielpartien
ergänzt.
Tolusch – Aronson, Sowjetunion 1957
Litwinow – Kasanzew, Sowjetunion 1974
Vor allem im ersten Beispiel zeigt die genauere Betrachtung allerdings, dass Schwarz den Schaden durchaus hätte in Grenzen haöten können.
Chesshistory zitiert einige Schach-Aphorismen des Iren James J. Walsh. Ich kann seine Beobachtungen vollauf bestätigen.
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