Nowikow,Jan (1620) – Binder,Thomas (1620)
Berlin, 13.05.1988



1.d4 d5 2.c4 c6 3.Lg5 Sf6 4.e3 Lf5 5.Lxf6 exf6 6.a3 Sd7 7.cxd5 cxd5 8.Db3 Sb6 9.Sc3 a6 10.g3 Tc8 11.Lg2 Le6 12.Sge2 Le7 13.Sf4 0-0
Bis hier hat mein junger Gegner sehr stark gespielt. Er nutzte konsequent meine kraftlose Eröffnung aus, spielte auf den schwachen Bauern und sollte diesen über kurz oder lang erobern. Meine Trümpfe – Läuferpaar und sichere Königsstellung wiegen die Bauernschwäche nicht auf.

14.Sfxd5?
Vermutlich war es besser, zunächst zu rochieren. Der schwache Bauer läuft nicht weg. [ 14.0-0 Ld6 15.Sfxd5 ]

14…Sxd5 15.Sxd5 Da5+!
Immerhin gelingt es mir damit, die Rochade zu verhindern.

16.Ke2?
Besser war Kf1, auch wenn damit vorübergehend die 1. Reihe verstellt wird.

16…Ld6 17.Dxb7??
Weiß kann dem Einschlag auf b7 nicht widerstehen. Er erobert einen zweiten Bauern, aber die Partie ist sofort verloren!

17…Tc2+ 18.Kf1
[ 18.Kf3 Lxd5+ 19.Dxd5 Dxd5+ ]

18…Dd2
Droht Matt auf f2. Jetzt muss sich schon der Springer opfern, damit die Dame noch zurück eilen kann.

19.Sxf6+
[ 19.Se7+ Lxe7 20.Df3 und weiter wie in der Partie.]

19…gxf6 20.Df3 Tc1+ 21.Txc1 Dxc1+ 22.Ke2 Lc4#
Das war eine Vorführung, wie man den Einschlag auf b7 bestrafen kann. Jan war seinerzeit ein aufstrebender Jugendspieler und konnte sich ein Jahr später gegen mich erfolgreich revanchieren. 0-1