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4. Spieltag – 11.01.2026

TSG Oberschöneweide VI – SF Siemensstadt III 2½ : 5½

Gegen den an allen Brettern DWZ-überlegenen Gegner kommt unser kompakt auftretendes Team zu einem deutlichen Sieg. Wir können nun wohl ohne Abstiegssorgen spielen. Gehören wir sogar in die obere Tabellenhälfte?

Der Rückenwind durch den kampflosen Punkt am letzten Brett – Daniel hat den weiten Weg also umsonst auf sich genommen – wurde schon nach gut einer Stunde verstärkt. In nebenstehender Stellung (rechts) ist Bjarne mit Schwarz am Zug. Sie sehen sicher, wie er hier die Entscheidung erzwang. Auch nach dem Materialgewinn spielte er konzentriert weiter und ließ nichts mehr anbrennen.

Bild Bild Gegen Ende der zweiten Stunde sorgte ich für das vorentscheidende 3:0. Ich hatte gegen den Marshall-Angriff meine Spezialvariante gespielt, die völlig ambitionslos ist, dem Gegner aber den Spaß am Angriffsschach vermiest. So erreichten wir nach Abtausch der meisten Figuren eine völlig ausgeglichene Stellung. Mein Gegner lehnte dennoch ein Remisgebot ab, weil er für seine Mannschaft weiter kämpfen musste. Das ging dann in der links abgebildeten Stellung völlig schief. Der Zug 24… Td8-d2 verspricht langfristig gute strategische Aussichten, scheitert aber kurzfristig an… aber das sehen sie ja selbst.

Bjarne fängt mit Kd7-c6 den weißen Turm.
In meiner Partie gab es nach 24… Td8-d2?? 25.Te1-e8+ Kg8-g7 26.Sg3-h5# ein lupenreines Libellenmatt.

Bei diesem Vorsprung war es auch hinzunehmen, dass Konstantin seinen Vorteil gegen den früheren Berliner Schulschach-Referenten nicht ausnutzen konnte. Auch Georgij unterlag in einer turbulenten Partie seinem Gegner in Zeitnot.

Nach gut drei Stunden konnten wir mit dem 4:2 aber doch einen Mannschaftspunkt feiern. Es hat mich besonders gefreut, dass Dmitry den wichtigen vierten Sieg holte. Er spielt aktuell wohl seine beste Saison, nachdem er sich seit vielen Jahren für unsere Mannschaften bereit hält und oft mit undankbaren Aufgaben gegen starke Konkurrenz konfrontiert ist.

Jetzt sollte es auch ein Mannschaftssieg werden. Hendrik und Ansgar trafen auf die Gebrüder Bluhm, zwei Legenden des (Ost-)Berliner Vereinsschachs. Seit Jahrzehnten haben sie ihren festen Platz in den Teams der TSG. Unsere beiden Spieler haben nur einen Bruchteil ihrer Erfahrungen aufzubieten. Dass wir schließlich aus diesen Partien 1½ Punkte holten, ist ein schöner Erfolg. Die Verteilung der Punkte schwankte allerdings hin und her. Zunächst hatte Hendrik die Dame für eine Leichtfigur gewonnen, während bei Ansgar ein ausgeglichenes Turmendspiel auf dem Brett stand. Dann lief Hendrik doch noch in eine Springergabel. Er hätte jetzt eine Mehrqualität gegen zwei Mehrbauern übrig behalten. Das wollten sich beide Spieler nicht mehr anschauen. Dafür lief Ansgars Gegner noch in ein Matt am Brettrand, was dann für das Schlachtenglück der sympathischen Gastgeber irgendwie symptomatisch war.

  TSG Oberschöneweide VI   SF Siemensstadt III
1 Falko Maxin 1758 0 : 1 1618 Thomas Binder
2 Andreas Kühn 1605 1 : 0 1597 Georgij Stambler
3 Fritz Zschäpitz 1475 0 : 1 1326 Dmitry Chervyakov
4 Azat Hildebrand 1656 0 : 1 1091 Bjarne Zais
5 Robert Bluhm 1526 0 : 1 1258 Ansgar Eckner
6 Guenter Bluhm 1637 ½ : ½ 1111 Hendrik Reinke
7 Ralf Reiser 1511 1 : 0 998 Konstantin Hansch
8 Daniel Nagel 1368 – : + 1219 Daniel Oelmann
  2½ : 5½  

Bericht: Thomas Binder