Bild Unser A-Team WK-II in der Berliner Schulschachmeisterschaft 2019/2020

Spieler VR1 VR2 F1 F2 F3 Punkte Einsätze
Daniel Sulayev 1 1 1 1 1 5 5
Minh Tham ½ 1 1 1 0 5
Nam Tham 1 0 1 ½ 1 5
Lepu Coco Zhou 1 0 1 1 ½ 5
Jakob Korek 1 0 1 1 ½ 5
Joachim Morczynski 1 1 ½ 1 0 5
Endrunde am 09.03.2020 im Andreas-Gymnasium

Die in Klammern angegebenen DWZ mögen einen Eindruck vom Niveau der Berliner Schulschachmeisterschaft vermitteln!

  Spiel 1 Spiel 2 Spiel 3
Herder-Gymnasium 5½ : ½ Herder-Gymnasium II 5½ : ½ Otto-Nagel-Gymnasium 3 : 3 Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Daniel Sulayev (2164) 1 : 0 Aram Azarvash (1660) 1 : 0 Niclas Hommel (2037) 1 : 0 Sander Breitzmann (1915)
Minh Tham (1835) 1 : 0 Sophie Fayngold (1425) 1 : 0 Florian Zappe (1704) 0 : 1 Max Freude (1923)
Nam Tham (1892) 1 : 0 Lior Sklarski (1571) ½ : ½ Niels Bennett Lilienthal (1717) 1 : 0 Amina Fock (1856)
Lepu Coco Zhou (1867) 1 : 0 Daria Pikki (1528) 1 : 0 Celina Hopp (1483) ½ : ½ Tim Buschmann (1750)
Jakob Korek (1649) 1 : 0 Thore Surburg (1282) 1 : 0 Rubina Arnold (1473) ½ : ½ Linus Katzenbach (1750)
Joachim Morczynski (1803) ½ : ½ Kai Tonke (1361) 1 : 0 Theodor Meusel (1195) 0 : 1 Gino Gillmeister (1649)

Herzschlag-Finale im Kampf um den Berliner Meistertitel und den einzigen sicheren Startplatz bei den Deutschen Meisterschaften der Königsklasse. Was sich schon in der Vorrunde abzeichnete, wurde heute bestätigt: Mit unserem und dem Team vom Kollwitz-Gymnasium verfügt Berlin über zwei Ausnahme-Mannschaften, die auch auf höherer Ebene um die Medaillen mitreden können. Der Sechstplatzierte der letztjährigen Deutschen Meisterschaft vom Otto-Nagel-Gymnasium wäre in vielen anderen Bundesländern konkurrenzlos. Hier kann er mit Mühe die Bronzemedaillen gewinnen.

Zwei Runden lang hieß es "Warmlaufen für das große Finale". Beide Favoriten entledigten sich ihrer Aufgaben recht souverän. An den Mannschaftserfolgen kamen keine Zweifel auf, und auch die weitere Bilanz war mit je 11:1 Brettpunkten überzeugend.
Unsere Mannschaft gewann gegen das Otto-Nagel-Gymnasium überraschend deutlich, hatte aber – wir kennen das bereits – gegen das eigene B-Team einige bange Momente zu überstehen. Minh und Jakob gewannen durch Zeitüberschreitung, und Joachim rettete sich ins Remis, weil Kai ein dreizügiges Matt ausließ.

So war allerdings absehbar, dass bei einem Unentschieden im Quasi-Finale die Sonneborn-Berger-Wertung entscheiden sollte. Damit wäre man vom Ausgang des "kleinen Finales" abhängig gewesen. Zum Glück endete auch dieses mit einem Unentschieden, brachte also keiner der beiden Top-Mannschaften einen Vorteil.

Bild Das Endspiel wogte hin und her. Zunächst freuten wir uns über gewonnene Partien von Daniel und Nam. Im Blickpunkt stand aber vor allem die Partie von Coco. Nach dem Königsgambit ihres Gegners stand das Brett sofort in Flammen. Beide Seiten attackierten vehement, fanden aber immer auch das richtige Maß zwischen Angriff und Verteidigung. Ob es wirklich einen forcierten Gewinn für Coco gab, wird man sich noch einmal anschauen müssen. Am Ende wurde der Punkt jedenfalls geteilt.
In dieser Phase verloren wir allerdings etwas die Sicherheit, als Minh taktisch überspielt wurde und bald aufgeben musste. So benötigten wir noch mindestens einen halben Punkt, denn jetzt zeichnete sich auch das 3:3 im Parallelspiel ab.
In den verbleibenden Endspielen an den hinteren Brettern nahmen die Kollwitz-Spieler noch einmal alle Energie zusammen. Joachim konnte mit zwei Springern gegen Springer und Läufer bei je zwei Bauern nicht alles zusammenhalten und verlor. Somit hatten die Prenzlberger ausgeglichen.
An Brett 5 hatte die Partie eigentlich nie die Remisbreite verlassen. Ein Turmendspiel mit gleichen Bauern stand zur Debatte. Jakob spielte aufmerksam, fand das richtige Maß von Sicherheit und Aktivität und rettete so unseren ganz knappen Vorsprung ins Ziel.

Was nun? Beide Teams haben erneut ihre schachliche Gleichwertigkeit unter Beweis gestellt. Je 5:1 Mannschaftspunkte, je 14:4 Brettpunkte. Gleichheit auch in der Sonneborn-Berger-Wertung und wie schon in der Vorrunde 3:3 im Wettkampf gegeneinander. So musste die Berliner Wertung entscheiden. Dank der Siege an Brett 1 und 3 liegen wir hier mit 10:6 vorn und bekommen deshalb die Goldmedaille!

Die Zahlen lügen nicht. Garant des Sieges nach Berliner Wertung war unser überragender Spieler am Spitzenbrett. Daniel (Foto links) hat alle fünf Saisonpartien gewonnen und nebenbei heute seine 100. Partie in offiziellen Mannschaftsmeisterschaften für das Herder-Gymnasium bestritten.
Alle weiteren Spieler kommen auf genau identische Bilanzen mit je 70% der Punkte. Ausgeglichenheit ist unsere Stärke. Wenn hier oder da eine Partie verloren geht, springt zuverlässig jemand in die Bresche. So kann es bei der Deutschen Meisterschaft weitergehen.

Vorrunde am 17.02.2020 im Andreas-Gymnasium
  Spiel 1 Spiel 2
Herder-Gymnasium 5½ : ½ Heinrich-Hertz-Gymnasium 3 : 3 Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Daniel Sulayev 1 : 0 Luis Rose (DWZ 1819) 1 : 0 Sander Breitzmann (DWZ 1915)
Minh Tham ½ : ½ Oliver Ellert (DWZ 1761) 1 : 0 Max Freude (DWZ 1905)
Nam Tham 1 : 0 Theodor Grozea (DWZ 1323) 0 : 1 Tim Buschmann (DWZ 1750)
Lepu Coco Zhou 1 : 0 Edvin Svenungsson 0 : 1 Linus Katzenbach (DWZ 1750)
Jakob Korek 1 : 0 Paul Johnen 0 : 1 Gino Gillmeister (DWZ 1649)
Joachim Morczynski 1 : 0 Benny Berndt 1 : 0 Lucien Thomann (DWZ 1319)

Nach einigen Rückzügen wurde die Vorrunde in Form zweier Dreiergruppen ausgetragen. Dabei wurden die drei seit Jahren namhaftesten Berliner Schachschulen in eine gemeinsame Gruppe eingeteilt. Allerdings musste das Heinrich-Hertz-Gymnasium auf mehrere Spitzenspieler verzichten und geriet so schnell in die Rolle des Außenseiters.

Entsprechend sicher erfüllte unser Team seine erste Aufgabe mit einem klaren Sieg. Joachim mit einer fried-liver-attack und Coco brachten uns früh in Führung. Auch bei Nam waren die Weichen bald auf Sieg gestellt. Etwas länger brauchten Daniel und Jakob zum ebenfalls sicheren Gewinn ihrer Partien. Minh schließlich geriet in ein Springerendspiel mit Mehrbauern, das er in Zeitnot remis geben musste. Schade – er hatte keine der Uhren erwischt, auf denen irrtümlich ein Inkrement eingestellt war. War das ein Vorgriff auf den Berliner Antrag zur Jugendversammlung im März, mit dem die Bedenkzeit bei den Deutschen Schulschachmeisterschaften auf den zeitgemäßen Modus umgestellt werden soll?

Sulayev – Breitzmann
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Anschließend ging es für uns gegen den Dauerrivalen vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Schon der heutige Vorrundenkampf lässt erahnen, dass sich beim Finale in drei Wochen zwei absolut gleichwertige Mannschaften um den Berliner Meistertitel und den einzigen Startplatz bei der Deutschen Meisterschaft duellieren werden.

Besonders sehenswertes Schach wurde am Spitzenbrett geboten. Daniel erreichte die abgebildete Bilderbuchstellung, in der Sander mit 1… Sc5 noch eine ideenreiche Verteidigung fand. Nach 2.Txf7 Sxb3 – 3.Txg7+ Kxg7 – 4.Sxb8 Txb8 – 5.Txd6 a5 – 6.Td7+ Kf6 – 7.axb3 a4 – 8.Ld4+ Kf5 – 9.Le5 a3 – 10.Lxb8 a2 – 11.Le5 hatte sich der Rauch des Kampfes jedoch verzogen, und am weißen Sieg gab es keinen Zweifel mehr.

Bild Völlig unbemerkt wurde am Nachbarbrett ein seltenes Jubiläum begangen. Minh absolvierte seine 100. Partie in offiziellen Meisterschaften mit einem Team des Herder-Gymnasiums. Er ist der vierte Spieler, der diese unglaubliche Marke erreicht. (Preisfrage an alle Herderschach-Fans: Wer waren seine Vorgänger?)
Die eindrucksvolle Stellung aus der Jubiläumspartie ist uns ein Foto wert: Für diesen Angriff hat Minh eine Figur ins Geschäft gesteckt. Wie sich bald zeigte, war das eine lohnende Investition. (Bild links)

Parallel zu Minhs Jubiläumspartie geriet Nam gegen einen starken Gegner allerdings auf die Verliererstraße, während der heute mit zwei Siegen überzeugende Joachim am sechsten Brett sicher gewann.

Leider konnten Coco und Jakob ihre schwierigen Positionen nicht bis zum Schluss verteidigen, so dass dem Kollwitz-Gymnasium noch der verdiente Ausgleich gelang.

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Noch eine Preisfrage: Nur einmal hatten
wir einen jüngeren WK-II-Spieler als Jakob…
Minh drückt die Uhr zum Start der Partie.
In diesem Moment ist das Jubiläum perfekt.
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Joachim – heute mit zwei Siegen einer unserer Punktgaranten Zwei Siege auch am Spitzenbrett durch Daniel
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Sieg und Niederlage gab es heute für Coco… … und auch für Nam