Bild Jugend-Herbst-Open 2019

Auf der Suche nach Herders dominierender Schachklasse gibt es eine lautstarke Wortmeldung der Klasse 8f. Obwohl drei regelmäßige Turnierspieler diesmal fehlten und zwei weitere gleichzeitig in der BJEM-Vorrunde spielten, beherrschte diese Klasse das U14-Podium des Herbstopens komplett. Auf dem Foto freuen sich Jonathan und Mikhail über ihre Pokale. Selina bekam als Gesamtsiegerin der Mädchenwertung noch eine zusätzliche Medaille – zur Jahreszeit fast passend im Schneeflocken-Design.

Bild Das 8f-Podium im Detail

Dass die Siege in der Altersklasse und der Mädchen-Wertung diesmal nur über Mikhail und Selina führen würden, hatte der Trainer schon im Vorfeld prognostiziert. Beide erfüllten diese Vorhersage, weil sie endlich einmal ein Turnier ohne wesentliche Durchhänger spielten und die Konzentration über alle Runden auf hohem Niveau hielten. Nur gegen die absoluten Top-Spieler der Gesamtwertung blieben wenige Punkte liegen.

Bild Mikhail (Foto rechts, noch vom Sommer-Open) setzte die positive Entwicklung der letzten Monate fort und ist nun gerade rechtzeitig zum Ende seiner Open-Karriere ganz weit vorn angekommen.
Seine Partien konnten schon recht gut gefallen. Auch in schwierigen Situationen blieb unser Spieler souverän und meisterte sie noch. In der Schlussrunde saß er in einem echten Finale einem der U18-Spieler gegenüber. Dessen starker Leistung konnte Mikhail noch nicht genügend Widerstand entgegensetzen, doch der U14-Sieg war ihm schon nicht mehr zu nehmen.

Bild Selina (Foto links) hat ihr Können schon oft unter Beweis gestellt, selten aber über die volle Turnierdistanz durchgehalten. Das ist ihr nun sehr schön gelungen. In der Mädchenwertung war sie klar überlegen, gewann das vorweg genommene Finale schon in Runde 1. Der Top-Ten-Platz in der Gesamtwertung ist fast noch wertvoller. Jene Erstrundenpartie bleibt übrigens in besonderer Erinnerung. Mindestens fünf Züge lang stand Selina unmittelbar auf Matt, knüpfte aber selbst mit überlegten Schachgeboten ihrerseits ein Mattnetz, aus dem es für die Gegnerin kein Entrinnen gab. Wenn ein Wunsch offen bleibt, dann ist es der nach etwas mehr Konsequenz in hoch überlegenen Stellungen. Da würde es die Nerven des Beobachters schonen, wenn man schon das erste oder zweite, spätestens aber das dritte einzügige Matt geben wollte…

Super-Turnierdebüt schließlich für Jonathan (Foto rechts). Er ist erst seit wenigen Monaten im Herderschach- und Vereinstraining und konnte bei seinem ersten Wettkampfstart auf Anhieb überzeugen. Die Niederlage gegen einen Top-Spieler in Runde 2 war sogar unnötig. Mit Mehrfigur lief Jonathan in ein Grundreihenmatt, weil sich das Luftloch auf der h-Linie als trügerisch erwies. Daneben musste er nur noch im Duell mit Klassenkamerad Mikhail die Segel streichen. Die gewonnenen Partien waren durchweg souverän. Vor allem im langen Kampf in der letzten Runde konnte Jonathan sein Können sehr schön demonstrieren.

Den starken Auftritt der Herderschach-U14-Spieler komplettiert Daniel, der mit ebenfalls vier Siegen wohl sein bisher bestes Ergebnis erreichte – und dabei noch mindestens einmal völlig unnötig mattgesetzt wurde.

Für unsere drei Pokalgewinner heißt es nach diesem erfolgreichen Turnier nun, sich an noch größere Herausforderungen zu wagen. Gemeinsam mit den Leitern der Schach-AG werden hier sicher bald die richtigen Weichen gestellt.

Bild Bild Die Jüngeren rücken nach

Unsere U12-Phalanx wird von Jan (Foto links) angeführt. Er kommt in die Top-10 der Gesamt-Rangliste und schrammt in der sehr stark besetzten U12-Wertung nur knapp an den Pokalplätzen vorbei. Jan verlor nur eine Partie und hatte einen sehr starken zweiten Tag.
Das direkte Duell gegen Maxim in Runde 4 sorgte letztlich dafür, dass beide um einen Punkt getrennt bleiben. Es war jedoch eine Partie auf Augenhöhe. In der abgebildeten Stellung, verschmähte Maxim (mit Schwarz am Zug) die sichere Remisschaukel und spielte mit zwei Bauern für die Qualität weiter mutig auf Sieg.

Bild Peter Sch. spielte zum wiederholten Mal deutlich besser, als es die (nur) 1½ Punkte ahnen lassen. Seine Partien dauern oft recht lange und kosten viel Kraft. Die fehlt dann manchmal, wenn es ohne große Erholungspause in die nächste Runde geht.

Und die ganz jungen erst…

Gleich doppelt waren wir im kleinen Open der Altersklasse U10 vertreten. Zhenja (Foto rechts) durfte sich schon nach wenigen Herderschach-Monaten ausprobieren und der Noch-Nicht-Herderianer Peter Kh. eifert in der Open-Szene nun seinen älteren Brüdern nach. Beide spielten ein tolles Turnier, auch wenn ihnen ganz zum Schluss etwas die Puste ausging. Mit den höchsten Buchholz-Zahlen des ganzen Feldes landen sie nach je drei Siegen in fünf Partien in der Spitzengruppe. Vor dem Aufrücken in die höheren Altersklassen muss ihnen also nicht bange sein.

Herderschach = Teamsport

Erneut hat unsere Delegation bewiesen, dass Schach auch im Einzelturnier ein Teamsport ist: Die Betreuer sind beeindruckt und bewegt, dass alle Herderianer(innen) Interesse am Spiel der Schulkameraden hatten, vom Fünftklässler bis zum Abiturienten. Das war außergewöhnlich – außergewöhnlich gut!


Bericht und Fotos: Thomas Binder