Jugend-Winter-Open 2020

Bild Bild Das DWZ-taugliche Jugend-Winter-Open hat sich neben den Endrunden der Berliner Meisterschaften seit einigen Jahren fest etabliert. Damit hat die BJEM jetzt eine Struktur aus Meisterklasse und Hauptturnieren, wie sie in der Schachgeschichte eine große Tradition besitzt. Wollte man diese Analogie perfektionieren, könnte man über einen Freiplatz für den Open-Sieger in der nächstjährigen Einzelmeisterschaft nachdenken, soweit er noch die Altersvoraussetzung erfüllt. Die Spieler in der Spitzengruppe des Winter-Opens haben allemal das Niveau, auch in einer BJEM-Endrunde mitzuhalten.

Die Schachtalente des Herder-Gymnasiums waren wieder in großer Zahl vertreten. Gleich elf Vertreter unserer Schule gingen für vier verschiedene Vereine an den Start.

Daria und Grigorii in der Spitzengruppe

Nicht ganz unerwartet können sich Daria und Grigorii nach vier anstrengenden Turniertagen am weitesten vorn platzieren. Mit je fünf Siegen gehören sie zur Spitzengruppe.
Diese Spitzenposition dokumentierte Daria (Foto rechts) dabei noch um einen Deut eindrucksvoller, spielte sie doch immer an den vorderen Brettern und wurde u14-Gesamtsiegerin. Mit diesem Ergebnis setzt sie die Reihe ihrer starken Wettkämpfe der letzten Monate ungebremst fort.
Grigorii (Foto links) kam hingegen etwas schwerer in Schwung. Nach dem Wochenende stand er noch bei 50%, doch dann folgten drei überzeugende Siege.

Siemensstadt-Quartett im Mittelfeld

Bild Im dicht gedrängten Mittelfeld platzieren sich die vier Spieler unseres Partnervereins mit 4 bzw. 3½ Punkten.
Am meisten darf Jonathan (Foto rechts) mit seinem Ergebnis zufrieden sein. Er spielte sein erstes DWZ-Turnier und erreicht eine Einstiegswertung knapp unter 1300 Punkten. Schon beachtlicher schachlicher Über- und Durchblick paarte sich mit seiner gründlich durchdachten Spielweise und einer sehr guten Zeiteinteilung.
Bei Uladzimir und Vincent war lange nicht klar, wohin es in diesem Turnier eigentlich gehen würde. Das "beschleunigte" Schweizer System führte zu Tabellenständen, die man nicht so recht einschätzen konnte. Die Siege gegen klar schwächere Konkurrenz werden durch dieses System nicht vermieden, sondern nur in spätere Turnierphasen verschoben. So fiel mancher Erfolg den beiden dann (Zitat) "super easy", während sie die ganz starken Gegner ihrerseits noch nicht hinreichend fordern konnten. Das Hin und Her aus sehr leichten und recht schweren Partien führt immerhin bei beiden Spielern zu einem geringen DWZ-Gewinn

Hingegen verliefen die vier Ferientage für Thore ziemlich ärgerlich. Zu Beginn des Turniers war er nicht ganz fit, was seine Spielstärke offenbar merklich trübte. Die Misserfolge verstärkten sich dann zu Verunsicherung und Verkrampfung – eine Erfahrung, die wohl jeder Turnierspieler (den Berichterstatter eingeschlossen) schon machen musste. Schließlich ist die knappe Bedenkzeit an der Untergrenze des Rahmens der DWZ-Wertungsordnung auch nicht gerade nach Thores Geschmack.
Was jetzt? Abhaken und mit dieser Erfahrung lockerer an die nächsten Herausforderungen herangehen!

Bild Weisse Dame im Quintett

Bild Noch einen Spieler mehr als die Siemensstädter stellte diesmal der Schachverein vom Lietzensee innerhalb des Herderschach-Kontingents. Dabei ragte die bereits erwähnte Daria heraus. Ihre vier Vereins- und Schulkameraden konnten dieses Tempo nicht ganz mitgehen.
Lediglich Davit (auf dem Foto rechts im Hintergrund) kam über die 50%-Marke, was nach dem verpatzten Start am Samstag allerdings noch eine beachtliche Leistung darstellt. Christ, Karan und Parag erreichen 3 bzw. 2½ Zähler. Die Sharma-Brüder hatten zuletzt wenig Turnierpraxis, fanden aber schnell wieder in die Spur zurück und werden nicht unzufrieden sein. Christ (auf dem Foto rechts im Vordergrund) hatte sich nach den BJEM-Vorrunden vermutlich sogar etwas mehr vorgenommen.

… und ein Blick in den Südosten

Dass der Schachvirus am Herder-Gymnasium auch über die eigentliche AG hinaus ansteckend wirkt, habe ich schon lange vermutet. Den Beweis dafür trat in diesen Tagen Yassin (Foto links) an. Er hatte zwar nie den Weg in unsere Arbeitsgemeinschaft gefunden, sich aber erst jüngst zu Beginn des Abitur-Jahres bei den AG-Leitern nach Empfehlungen zum organisierten Schachspiel erkundigt. Verkehrstechnisch bevorzugt er die Klubs im Berliner Südosten, und so war der SV Mattnetz mit seiner großen Jugendabteilung die erste Wahl. Schön, dass Yassin jetzt zum Wettkampfschach gefunden hat. Drei Siege in diesem Turnier sind doch ein ermutigender Auftakt.


Bericht und Fotos: Thomas Binder