Anderssen,A – Dufresne,J
Berlin, 1852



1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.b4
Das Evans-Gambit. Diese chancenreiche Angriffsvariante hat über die Jahrhunderte nichts an ihrer Attraktivität verloren und wird auch heute noch gelegentlich auf höchstem Niveau gespielt.

4…Lxb4 5.c3 La5
Auch nach c5 oder e7 kann der Läufer gehen.

6.d4 exd4 7.0-0 d3 8.Db3 Df6 9.e5 Dg6 10.Te1 Sge7 11.La3
Eine typische Stellung für eine Gambitpartie. Weiß hat 2 Bauern weniger, aber alle Figuren stehen zum Angriff bereit. Die schwarzen Figuren hingegen stehen zusammenhanglos in der Gegend herum.

11…b5
Anders kann Schwarz seinen Läufer nicht befreien.

12.Dxb5 Tb8 13.Da4 Lb6 14.Sbd2 Lb7 15.Se4 Df5?
[ Etwas besser ist die Ablenkung 15…d2 16.Sexd2 0-0 mit nur leichtem Vorteil für Weiß.]

16.Lxd3 Dh5 17.Sf6+!!
Es geht darum, Linien zu öffnen. Dafür opfert Anderssen sogar eine Figur.

17…gxf6 18.exf6 Tg8
Schwarz hofft auf Gegenspiel über die g-Linie und die langen Diagonalen.

19.Tad1 Dxf3
Hat Weiß etwas übersehen? [ Schwarz läßt eine bessere Konterchance aus: 19…Txg2+ 20.Kxg2 Se5 Doch auch jetzt ist der weiße Angriff sehr stark. 21.Dxd7+! Notwendig, aber gut. Ohne diesen Zug dringt schließlich der schwarze Konter durch. ( 21.Le4? Dg4+ 22.Kh1 Sxf3 23.Lxb7 ( 23.Lxf3 Lxf3# ) 23…Dxa4 ; 21.Te3 Lxf3+ 22.Txf3 Dxf3+ 23.Kg1 Dxf2+ 24.Kh1 Df3# ; 21.Df4 Lxf3+ 22.Kg3 S7g6 23.Db4 Dg5+ 24.Kh3 Dg2# ) 21…Kxd7 22.Lg6+ Ke6 23.Lxh5 Tg8+ 24.Kh3 ] Nein, denn seine Figuren spielen zusammen wie in einem Uhrwerk.

20.Txe7+! Sxe7?
Das wird schnell Matt. [ Wenn Schwarz alles überblickt hätte, hätte er wohl das Opfer abgelehnt. 20…Kd8 21.Txd7+! Kc8 22.Td8+ Kxd8 23.Le2+ Sd4 24.Lxf3 Lxf3 25.g3 Lxd1 26.Dxd1 Tg6 27.cxd4 und Weiß bleibt im Vorteil – wenn auch nicht so spektakulär wie in der Partie.]

21.Dxd7+!!
Ein Damenopfer zur Krönung.

21…Kxd7
[ 21…Kf8 22.Lxe7# ]

22.Lf5+ Ke8
[ 22…Kc6 23.Ld7# ]

23.Ld7+ Kf8
[ 23…Kd8 24.Lxe7# ]

24.Lxe7# 1-0