Tarrasch,Siegbert – NN

Die Autorenlösung geht wie folgt.

1.Txe5 Txe5 2.g3
Zugzwang! Schwarz wird seinen König so weg ziehen müssen, dass er den ganzen Turm einbüßt. Diese Analyse ist ok. Falsch ist indes die Bewertung im Ergebnis. Die Stellung ist keineswegs für Weiß gewonnen, sondern remis.

2…Kg6!
Genau genommen genügen sogar einige andere Königszüge, doch Kg6 ist die "sauberste" Lösung.
Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn der letzte weiße Bauer verschwindet, kann der Anziehende nicht mehr gewinnen. Schwarz muss also zu dem Zug f5-f4 kommen, wenn Weiß seinerseits nicht g3-g4 ziehen kann.
[2…f4 3.g4 ; 2…g4 3.Kg2 Schwarz ist im Zugzwang und verliert bei beiden Bauernzügen den ganzen Turm.]

3.Lxe5
Weiß muss den Turm schlagen, der ja mit dem vorigen Zug entfesselt wurde.

3…Kh5
Der schwarze König bringt das Feld g4 unter Kontrolle. [Falsch wäre 3…f4?? 4.g4 Weiß hat nun einen mühsamen aber sicheren Weg zum Gewinn. ]

4.Kg2
oder Läufer-Züge

4…f4
und der Abtausch ist unvermeidbar.
[Vielleicht noch offensichtlicher wird es, wenn man 4…Kg4 einschiebt. 5.Lc7 oder andere Züge 5…f4 6.Ld6 fxg3 7.Lxg3 ]

5.gxf4 gxf4 6.Lxf4 Kg4
remis

Übrigens hat Hans-Peter Kraus bei der Überarbeitung seines Manuskripts diese Stellung entsprechend angepasst und im Stile seiner wunderschönen Wortspiele für 2… Kg6 den Begriff "Entfesselung durch Imstichlassen" gefunden.